Steyr Stadt

Oberösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Kreis:
Steyr Stadt
Bevölkerung:
38 140

Über Steyr Stadt

Steyr (deutsche Aussprache: (hören)) ist eine Statutarstadt im österreichischen Bundesland Oberösterreich. Es ist die Verwaltungshauptstadt, obwohl sie nicht zum Bezirk Steyr-Land gehört. Steyr ist die zwölftgrößte Stadt Österreichs und die drittgrößte Stadt Oberösterreichs.

Die Stadt hat eine lange Geschichte als Produktionszentrum und hat mehreren dort ansässigen Herstellern ihren Namen gegeben, darunter dem ehemaligen Konglomerat Steyr-Daimler-Puch und dessen Nachfolger Steyr Motors.

Geographie

Die Stadt liegt im Traunviertel, durch das die beiden Flüsse Steyr und Enns fließen und die sich in der Nähe des Stadtzentrums unterhalb von Schloss Lamberg und Michaeliskirche treffen. Diese herausragende Lage hat im Laufe der Jahrhunderte bis in die Gegenwart zu starken Überschwemmungen geführt. Einer der schlimmsten Fälle war der August 2002. Im Süden der Stadt erhebt sich eine Reihe von Hügeln, die in der Höhe ansteigen und sich bis nach Oberösterreich erstrecken Voralpen. Im Norden rollen die Hügel abwärts zum Zusammenfluss der Enns mit der Donau, wo sich die Stadt Enns befindet. Im Osten grenzt das Gemeindegebiet an Niederösterreich.

Steyr ist eine alte Stadt mit modernen Annehmlichkeiten, die ihr reiches kulturelles und architektonisches Erbe im Tourismus wie in Wien und vielen anderen gut erhaltenen österreichischen historischen Städten vermarktet. Es feierte 1980 sein 1000-jähriges Bestehen, nachdem seine historische Architektur umfassend restauriert worden war und es zu einer der besterhaltenen Altstädte des Landes gemacht hatte. Der berühmte historische Stadtkern rund um den Stadtplatz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend restauriert. Sein bekanntestes Bauwerk heißt Bummerlhaus und gilt aufgrund seiner Größe in Mitteleuropa als eines der schönsten Beispiele gotischer Architektur.

Die Stadt umfasst die Katastergemeinden Christkindl, Föhrenschacherl, Gleink, Hinterberg, Jägerberg, Sarning, Stein und Steyr.

Geschichte

Kelten besiedelten das Gebiet ab etwa 600 v. Chr. Der Name des Flusses Stiria ist keltischen Ursprungs. Ihr Königreich Noricum wurde 15 v. Chr. Teil des Römischen Reiches. Möglicherweise befand sich in der Region Steyr eine Siedlung mit dem Namen Gesodunum, die vom antiken Geographen Claudius Ptolemäus (ca. 90 - ca. 168) erwähnt wurde. Hier führte die römische "Eisenstraße" vom Erzberg entlang der Enns zur Burg Lauriacum (heute Enns) an der Donau.

Im 6. Jahrhundert zogen slawische Siedler in das Gebiet, als sie von Herzog Tassilo III. Von Bayern besiegt wurden, der 777 das Land an die nahe gelegene Abtei Kremsmünster übertrug. Das Gebiet wurde mit Bayern umgesiedelt. Während der ungarischen Invasionen in Europa wurde von den örtlichen Traungau-Grafen eine Festung über dem Fluss Steyr errichtet, die erstmals in einer Urkunde von 980 als Styraburg erwähnt wurde. Ab 1055 wurde die Burg Steyr im bayerischen Traungau sowie der angrenzende "Marsch der Steiermark" von der mächtigen Otakar-Dynastie regiert. Die Otokaren kontrollierten den Eisenabbau am Erzberg und machten ihre Residenz in Steyr zu einem Zentrum mittelalterlicher Hofkultur und mittelhochdeutscher Poesie. 1180 ernannte Kaiser Friedrich Barbarossa den Markgrafen Ottokar IV. Zum Herzog der Steiermark; Die Linie erlosch jedoch nach seinem Tod im Jahr 1192 und laut dem Georgenberg-Pakt von 1186 fiel sein steirisches Land an die Babenberger Herzöge von Österreich.

Steyr, bis dahin bereits als Stadt (urbs) bezeichnet, verlor seine Bedeutung als herzogliche Residenz, behielt aber seinen Status als Zentrum der Eisenverarbeitung bei. Die Babenberger Machthaber förderten ihre wirtschaftliche Entwicklung als Standort der Schmiedekunst, vor allem der Messer- und Rüstungsindustrie. Nach dem Aussterben der Babenberger im Jahre 1246 wurde Steyr zusammen mit dem Herzogtum Österreich vom Přemysliden König Ottokar II. Von Böhmen besetzt und schließlich vom Habsburgerkönig Rudolf I. von Deutschland nach seinem Sieg bei der Schlacht auf dem Marchfeld im Jahre 1278 übernommen. Die Stadtprivilegien und Marktrechte wurden 1287 von Rudolfs Sohn, König Albert I., bestätigt und die Bürger profitierten weiterhin von Steyrs bevorzugter Stellung im Eisenhandel im gesamten Heiligen Römischen Reich und insbesondere mit der Republik Venedig.

Steyr war im 13. und 14. Jahrhundert ein Zentrum der christlichen Waldenserbewegung und Schauplatz der inquisitorischen Verfolgungen unter der Leitung des katholischen Geistlichen Petrus Zwicker (gest. 1403). Ebenso breitete sich die protestantische Reformation um 1525 schnell unter den Bürgern aus, was die Habsburger im Zuge der Gegenreformation heftig ablehnten. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich, als der Eisenhandel während des Dreißigjährigen Krieges, als Oberösterreich an Herzog Maximilian I. von Bayern verpfändet wurde, und des Bauernkrieges in Oberösterreich von 1626 zusammenbrach. 1727 wurde die mittelalterliche Styraburg verwüstet durch ein Feuer und durch das barocke Schloss Lamberg ersetzt. Das Wiederaufleben von Steyr begann unter den Bedingungen des Josephinismus des späten 18. Jahrhunderts und setzte sich im Zuge der nachfolgenden Industrialisierung fort. Während der Napoleonischen Kriege wurde Steyr mehrmals von französischen Truppen besetzt.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Steyr

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