Villach Stadt

Kärnten, Österreich

Land:
Bundesland:
Kreis:
Villach Stadt
Bevölkerung:
59 646

Über Villach Stadt

Villach (deutsche Aussprache: (anhören); Slowenisch: Beljak, Italienisch: Villaco, Friaulisch: Vilac) ist die siebtgrößte Stadt Österreichs und die zweitgrößte im Bundesland Kärnten. Es ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Südösterreich und die gesamte Region Alpe-Adria. Ab Januar 2018 ist die Bevölkerung 61.887.

Gemeinsam mit anderen Alpenstädten engagiert sich Villach in der Vereinigung Alpenstadt des Jahres zur Umsetzung der Alpenkonvention für eine nachhaltige Entwicklung im Alpenbogen.

Villach wurde 1997 als erste Stadt zur Alpenstadt des Jahres gekürt.

Geographie

Villach, eine statutarische Stadt, liegt an der Drau nahe dem Zusammenfluss mit dem Gail-Nebenfluss. Das am westlichen Rand des Klagenfurter Beckens gelegene Gemeindegebiet erstreckt sich von den Hängen der Gailtaler Alpen (Dobratsch) bis zum Ossiacher See im Nordosten.

Die Villacher Stadtgrenze umfasst folgende Ortsteile und Ortsteile:

1905 wurde ein Teil des Gemeindegebietes St. Martin eingemeindet. 1973 wurde das Stadtgebiet durch die Eingemeindung von Landskron, Maria Gail und Fellach weiter vergrößert.

Klima

Villach hat ein kühles sommerfeuchtes Kontinentalklima (Köppen Dfb).

Geschichte

Die ältesten menschlichen Spuren in Villach stammen aus dem späten Neolithikum. In der Stadt und ihrer Umgebung wurden viele römische Artefakte entdeckt, da sie sich in der Nähe einer wichtigen Römerstraße befand, die von Italien in die 15 v. Chr. Gegründete Provinz Noricum führte. Zu dieser Zeit befand sich an der heißen Quelle im heutigen Warmbadviertel südlich des Stadtzentrums wahrscheinlich ein Herrenhaus namens Sanctium. Nach der Völkerwanderungszeit und der slawischen Besiedlung der Ostalpen um 600 n. Chr. Wurde das Gebiet Teil des Fürstentums Carantania.

Als Prinz Boruth um 740 die Hilfe von Herzog Odilo von Bayern gegen die einfallenden Awaren in Anspruch nahm, musste er die bayerische Oberherrschaft akzeptieren. In einer Schenkungsurkunde des karolingischen Herrschers Carloman of Bavaria aus dem Jahr 878 wurde eine Brücke (ad pontem Uillach) in der Nähe des königlichen Hofes von Treffen im heutigen Villach erwähnt mit dem Villacher Gut. Nach seinem Tod trat König Heinrich II. 1007 die Siedlung an das neu errichtete Bistum Bamberg ab. Die Bischöfe hielten auch die angrenzenden Güter entlang der strategisch wichtigen Route nach Italien bis nach Pontafel, die sie bis 1759 behielten, während die umliegenden Kärntner Herzöge 1335 an das österreichische Haus der Habsburger übergingen.

Villach erhielt 1060 das Marktrecht, wurde jedoch erst um 1240 als Stadt urkundlich erwähnt. Die dem hl. Jakob geweihte Pfarrkirche wurde erstmals 1136 urkundlich erwähnt. Kaiser Friedrich II. Verlieh den Bürgern das Recht, jährlich eine Messe zu veranstalten Fest am 25. Juli (Jakobitag) im Jahr 1222. Das Erdbeben von Friaul im Jahr 1348 verwüstete weite Teile der Stadt, ein weiteres verheerendes Erdbeben ereignete sich im Jahr 1690. In Villach gab es auch mehrere Brände, die viele Gebäude zerstörten. Der erste nachgewiesene Bürgermeister trat im 16. Jahrhundert sein Amt an.

Ab 1526 wurden viele Bürger protestantisch und die Pfarrei Villach wurde zum Zentrum des neuen Glaubens innerhalb der Kärntner Ländereien, was harte Gegenreformationsmaßnahmen der kirchlichen Herrscher zur Folge hatte. Ab etwa 1600 mussten zahlreiche Einwohner die Stadt verlassen, was zu einem wirtschaftlichen Niedergang führte. 1759 erwarb die habsburgische Kaiserin Maria Theresia offiziell die Bamberger Gebiete in Kärnten für einen Preis von einer Million Gulden. Villach wurde in das "Erbland" der Habsburgermonarchie eingegliedert und wurde Verwaltungssitz eines Kärntner Landkreises.

Während der Napoleonischen Kriege war die Stadt von französischen Truppen besetzt und wurde ab 1809 Teil der kurzlebigen illyrischen Provinzen, bis sie 1813 von den Truppen des österreichischen Kaiserreichs zurückerobert und 1816 in das österreichische Königreich Illyrien eingegliedert wurde Die Wirtschaft der Stadt wurde entscheidend durch einen westlichen Zweig der Südbahnlinie gefördert, der 1864 schließlich Villach erreichte und für Wachstum und Expansion sorgte. Bis 1880 hatte die Stadt eine Bevölkerung von 6.104. Im Ersten Weltkrieg war Villach nahe der italienischen Front Sitz des 10. Armeekommandos der österreichisch-ungarischen Armee.

Die Stadt erhielt in der Zwischenkriegszeit am 1. Januar 1932 den Status einer Stadt. Nach dem österreichischen Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland im Jahr 1938 war der Bürgermeister von Villach der begeisterte Nazi Oskar Kraus. Am 9. November 1938 war Villach Schauplatz der bundesweiten Kristallnacht-Pogrome mit gewaltsamen Angriffen auf die jüdische Bevölkerung. Ein Denkmal für den Grenzkonflikt von 1919, das zur Volksabstimmung von Kärnten führte, sorgte bei seiner Eröffnung im Jahr 2002 für Kontroversen, da Kraus, der in dem Konflikt nicht besonders prominent gewesen war, als einziger genannt wurde.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Villach

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