Alpbach

Politischer Bezirk Kufstein, Tirol, Österreich

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Gemeinde:
Alpbach

Über Alpbach

Alpbach (deutsch: , lokal ) ist eine Stadt in Westösterreich im Bundesland Tirol.

Geschichte

Die früheste schriftliche Erwähnung des Namens Alpbach stammt aus dem Jahr 1150, obwohl bekannt ist, dass die Besiedlung dort vor und um das Jahr 1000 begonnen hat, und eine Bronzeaxt, die 1860 am Steinberger Joch (dem Pass, der ins Zillertal führt) gefunden wurde deutet darauf hin, dass die Route bereits in der Hallstattzeit genutzt wurde.

Das Christentum wurde zum ersten Mal im 7. und 8. Jahrhundert von irischen und schottischen Mönchen in die Region gebracht. Der Schutzpatron der Pfarrkirche ist St. Oswald, ein ehemaliger König von Northumbria.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden Kupfer- und Silbervorkommen am Gratlspitz und am Schatzberg sowie im Luegergraben entdeckt. Damals hatte die Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger die Kontrolle über den Bergbau in Schwaz und Kitzbühel und erweiterte ihre Aktivitäten um das Alpbachtal. Der Böglerhof beherbergte die Fugger-Büros und war auch Sitz des Bergbaugerichtes. Zu dieser Zeit hatte Alpbach bereits zwei Gasthöfe, den Böglerhof und den Jakober, in denen die Männer des Dorfes Spirituosen wie Schnaps tranken. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Produktivität der Bergwerke auf das Stadium gesunken, in dem sie geschlossen werden mussten.

Oberhalb der kleinen Kirche in Inneralpbach am Waldrand steht der Hof Vorder-Unterberg, der 1636-1638 von heimischen Zimmerleuten erbaut wurde und bis 1952 bewohnt wurde. Heute ist das Gebäude ein Museum für Bergbauern und die Exponate umfassen das alte Wohnzimmer, die Kapelle, eine kombinierte Küche und Räucherei sowie über 800 Gegenstände des täglichen Lebens und der Arbeit.

Die talaufwärts nach Alpbach führende Straße wurde erst 1926 gebaut, und die abgeschiedene Lage des Dorfes führte zur Entwicklung eines unverwechselbaren Stils der Architektur und Einrichtung und ermöglichte es auch, die lokalen Volkstraditionen viel länger als in den meisten Fällen zu bewahren der Täler Tirols.

Ära des Tourismus

Die ersten Touristen kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Alpbach an und bis 1938 hatte das Dorf Platz für 110 Besucher. Seitdem ist diese Zahl auf 2500 angestiegen und Alpbach zieht jetzt im Sommer rund 22.000 Besucher und im Winter rund 300.000 Besucher pro Jahr an. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der heutigen 2300 Einwohner, aber in Alpbach gibt es immer noch 105 landwirtschaftliche Betriebe, so viele wie vor hundert Jahren.

Seit 1945 ist Alpbach Austragungsort des Alpbach European Forum, einer zweiwöchigen Jahreskonferenz führender Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Politik. Das Forum und die Teilnahme so vieler Menschen, die das Denken ihrer Zeit geprägt haben, haben Alpbach den Spitznamen "Das Dorf der Denker" gegeben.

Der erste Konferenzsaal in Alpbach wurde Mitte der 1950er Jahre erbaut und nach der österreichischen Dichterin Paula von Preradovic benannt, die die Worte für die österreichische Nationalhymne schrieb. Der Plenarsaal wurde nach dem Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger benannt. Er liegt auf dem Alpbacher Friedhof begraben.

Auf Vorschlag von Alfons Moser, Bürgermeister von Alpbach von 1945 bis 1979, erließ der Rat 1953 ein lokales Planungsgesetz, das den traditionellen Baustil in Alpbach für alle Neubauten verbindlich machte.

Alpbach hat im Laufe der Jahre zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten. 1975 bescheinigte das Österreichische Gesundheitsamt Alpbach die sauberste und reinste Luft Österreichs. Es wurde 1983 von einem Fernsehwettbewerb des Österreichischen Fernsehens zum "Schönsten Dorf Österreichs" gewählt. Im Juni 1985 verlieh der Europarat in Straßburg Alpbach das Recht, in Anerkennung der Verdienste der Gemeinschaft um die Europäische Einheit die europäische Flagge zu hissen. 1993 gewann Alpbach die Auszeichnung "Das schönste Blumendorf Europas".

Modernes Alpbach

1999 wurde zusammen mit dem 55. Europäischen Forum das neue Kongresszentrum Alpbach eröffnet. Mit seiner Kombination aus aufregender Architektur und minimalem ökologischen Fußabdruck ist das architektonische Hauptmerkmal eine spiralförmige Galerie mit raumhohen Verglasungen für einen einzigartigen Blick auf die spektakuläre Bergkulisse.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Alpbach

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