Braunau am Inn

Politischer Bezirk Braunau am Inn, Oberösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Braunau am Inn
Bevölkerung:
16 305

Über Braunau am Inn

Braunau am Inn (help · info) ist eine Stadt in Oberösterreich an der Grenze zu Deutschland. Es ist bekannt als der Geburtsort von Adolf Hitler.

Geographie

Die Stadt liegt am unteren Inn unterhalb des Zusammenflusses mit der Salzach und bildet dort die Grenze zum Freistaat Bayern, auf halber Strecke zwischen der Landeshauptstadt Linz und der bayerischen Landeshauptstadt München, etwa 60 km nördlich von Salzburg. Braunau ist durch Brücken über den Inn mit seinem bayerischen Amtskollegen Simbach am Inn verbunden. Als traditioneller Einreisehafen wurden seit der Umsetzung des Schengener Übereinkommens durch Österreich im Jahr 1997 alle Grenzkontrollen abgeschafft.

Die Stadt gab dem Landkreis ihren Namen. Die Einwohnerzahl von Braunau am Inn betrug im Jahr 2011 16.182. Das Gemeindegebiet umfasst die Katastergemeinden Braunau am Inn, Osternberg und Ranshofen.

Geschichte

Während die Abtei von Ranshofen bereits im Zuge der Absetzung von Tassilo III., Herzog von Bayern, im Jahr 788 erwähnt wurde, trat Braunau selbst erstmals als Prounaw in einer Urkunde von 1120 auf. Das Innviertel gehörte damals zum Herzogtum Bayern.

Braunau erhielt 1260 das Stadtrecht, eines der ersten im heutigen Österreich. Es wurde eine Festungsstadt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der sich mit dem Salzhandel und dem Schiffsverkehr auf dem Inn befasste. Als bedeutende bayerische Siedlung spielte die Stadt eine herausragende Rolle im bayerischen Aufstand gegen die österreichische Besatzung während des Spanischen Erbfolgekrieges, als sie 1705 das Braunauer Parlament, ein provisorisches bayerisches Parlament unter der Leitung von Georg Sebastian Plinganser (* 16. April), beherbergte 1680 in Pfarrkirchen, gestorben am 7. Mai 1738 in Augsburg).

Die dem Heiligen Stephan geweihte spätgotische Braunauer Pfarrkirche wurde von 1439 bis 1466 anstelle einer älteren Kapelle erbaut. Der 87 m hohe Turm ist einer der höchsten in Österreich und das Wahrzeichen der Stadt. Die Überreste der Festung beherbergen heute ein Museum und Teile der ehemaligen Stadtmauer sind noch zu sehen. Ein weiteres Museum befindet sich in renovierten öffentlichen Bädern aus dem 18. Jahrhundert.

Innerhalb von 40 Jahren wechselte Braunau dreimal den Besitzer: 1779 wurde es eine österreichische Stadt im Sinne des Vertrages von Teschen, der den Bayerischen Erbfolgekrieg regelte. Während des Krieges der Dritten Koalition wurde der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm von französischen Truppen in der Festung Braunau verhaftet und 1806 auf persönlichen Befehl Napoleons wegen Hochverrats hingerichtet 1809. 1816 trat das Königreich Bayern während der Umgestaltung Europas nach den Napoleonischen Kriegen auf dem Wiener Kongress die Stadt an das österreichische Reich ab und wurde durch den Gewinn von Aschaffenburg entschädigt. Braunau ist seitdem Österreicher.

Braunau blieb Garnisonsstadt der österreichisch-ungarischen Armee und war im Ersten Weltkrieg Schauplatz eines großen Kriegsgefangenenlagers. Nach dem nationalsozialistischen Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland 1938 war Ranshofen eines der größten Aluminiumwerke Österreichs wurde in Braunau eingemeindet. Seit 1992 widmen sich die jährlich von Andreas Maislinger initiierten Braunauer Zeitgeschichtstage der Aufarbeitung der Vergangenheit; Die Stadtverwaltung vergibt den Egon-Ranshofen-Wertheimer-Preis, benannt nach dem einheimischen Diplomaten Egon Ranshofen-Wertheimer, zu Ehren engagierter Österreicher im Ausland. In Braunau wurden mehrere Stolpersteine vom Künstler Gunter Demnig installiert.

Adolf Hitlers Geburtsort

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn geboren, wo sein Vater Alois Hitler als Zollbeamter tätig war. Er und seine Familie verließen Braunau und zogen 1892 nach Passau. Hitler wurde 1890 in einem Wohnhaus in der Salzburger Vorstadt 15 geboren, in dem sich eine Handwerksbrauerei und mehrere Mietwohnungen befanden, von denen eine von Alois Hitler, seiner dritten Frau Klara, ihrem Sohn Adolf und seinen älteren Halbgeschwistern bewohnt wurde Alois Jr. und Angela.

Im April 1934 veröffentlichte die Passauer Donauzeitung einen Gedenkartikel, der den Raum kennzeichnet, in dem Hitler geboren wurde. Im April 1938 benannte Braunau die Adolf-Hitler-Straße und den Adolf-Hitler-Platz in Salzburger Vorstadt um. Das Gebäude selbst blieb jedoch ein Gasthaus, auf dem ein Bier vom Fass ausgeschildert war.

Nachdem Hitlers persönlicher Sekretär Martin Bormann das Geburtshaus Hitlers für die NSDAP gekauft hatte, wurde es zu einem Kultzentrum mit einer Kunstgalerie und einer öffentlichen Bibliothek. Das am Ende des Zweiten Weltkriegs von US-Truppen besetzte Gebäude beherbergte vorübergehend eine Dokumentationsausstellung über die Konzentrationslager der Nazis. Im Jahr 1952 wurde es zu seinen ursprünglichen Besitzern restauriert und danach als Stadtbibliothek, Fachhochschule und Kindertagesstätte für behinderte Menschen genutzt. Seit 2011 steht das Haus leer. 2014 beschloss das österreichische Ministerium, im Haus ein "Haus der Verantwortung" zu eröffnen - ein Museum, das sich den Verbrechen Hitlers während der Existenz des Dritten Reiches widmet.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Braunau_am_Inn

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