Friesach

Politischer Bezirk Sankt Veit an der Glan, Kärnten, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Friesach
Bevölkerung:
5 302

Über Friesach

Friesach (slowenisch: Breže) ist eine historische Stadt im Bezirk Sankt Veit an der Glan in Kärnten, Österreich. Zum ersten Mal in einer Urkunde von 860 erwähnt, ist es als älteste Stadt Kärntens bekannt.

Geographie

Ort

Friesach hat eine Fläche von 120,83 km² und eine durchschnittliche Höhe von 631 Metern über dem Meeresspiegel. Es liegt in Nordkärnten nahe der Grenze zur Steiermark, etwa 40 km nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt.

Städtische Anordnung

Friesach gliedert sich in folgende Katastralgemeinden: Friesach, St. Salvator und Zeltschach.

Es kann weiter unterteilt werden in Friesach selbst und die Dörfer und Weiler Dobritsch, Dörfl, Engelsdorf, Gaisberg, Grafendorf, Guldendorf, Gundersdorf, Günzenberg, Gwerz, Harold, Hartmannsdorf, Hundsdorf, Ingolsthal, Judendorf, Kräuping, Leimersberg, Mayerhofen, Moserwinkl, Oberdorf I, Oberdorf II, Olsa, Pabenberg, Reisenberg, Roßbach, Sattelbogen, Schratzbach, Schwall, Silbermann, St. Johann, St. Salvator, St. Stefan, Staudachhof, Stegsdorf, Timrian, Wagendorf, Wels, Wiegen, Wiesen, Zeltschach, Zeltschachberg, Zienitzen, Zmuck.

Geschichte

860 schenkte König Ludwig der Deutsche von Ostfranken dem Salzburger Erzbischof Adalwin die Ländereien des Nachlasses ad Friesah - abgeleitet von der slawischen Breza (Birke) - im bayerischen Marsch von Kärnten (Karantanien). Ab etwa 740 hatten die Bayern die Zentralostalpen überquert und sich unter den slawischen Karantanern niedergelassen.

Nach der Gründung des Herzogtums Kärnten im Jahr 976 blieb Friesach ein exklusiver und strategisch wichtiger Außenposten im Süden Salzburgs. Um 1076 ließ Erzbischof Gebhard von Salzburg, ein Anhänger von Papst Gregor VII. Im Investiturstreit, die Festung Petersberg über der Stadt errichten, um die Überquerung der Alpen durch Kaiser Heinrich IV. Zu verhindern. Der Erzbischof hatte auch heftige Feinde im Kärntner Herzogshaus Sponheim, das nach seiner Absetzung mehrere Versuche unternahm, Friesach in Besitz zu nehmen. Ständige Angriffe von Herzog Engelbert wurden 1124 endgültig abgewehrt. 1149 hielt sich König Konrad III. Von Deutschland auf dem Rückweg vom Zweiten Kreuzzug auf der Burg auf, ebenso wie Richard Löwenherz, der 1192 vom Dritten Kreuzzug zurückkehrte und versuchte, sich den Wachen von zu entziehen Herzog Leopold V. von Österreich.

Die Siedlung Friesach unterhalb der Petersberger Burg erhielt 1215 Stadtrechte. Im Mittelalter war sie aufgrund einer wichtigen Handelsstraße von Wien nach Venedig, die durch die Stadt verlief, eine wichtige Markt- und Handelsstadt. Die Stadt blühte, als Erzbischof Eberhard II. Von Regensberg (1200-1246) sie zur zweitgrößten Stadt des Erzbistums Salzburg und zur wichtigsten Stadt Kärntens machte. Aus lokalen Silbervorkommen prägte es sogar seine eigene Währung, den Friesacher Pfennig oder Frizatik, der im 12. Jahrhundert in Österreich und Ungarn weit verbreitet war. Die Stadt gewann an regionaler Bedeutung, und im 13. Jahrhundert war der Friesach-Pfennig die Standardmünze der Ostalpen, die bis nach Kroatien zirkulierte. Mit dem Aufstieg der Habsburger, seit 1335 Kärntner Herzöge, nahm die Bedeutung der Stadt ab. Die Festung blieb jedoch auch im Mittelalter eine wichtige Machtbasis der Salzburger Fürsterzbischöfe, die durch Leonhard erneut erweitert und gestärkt wurde von Keutschach ab 1495. Trotzdem gehörte es bis zur Säkularisation des Erzbistums 1803 zu Salzburg, als Friesach schließlich an Kärnten fiel.

Demografie

Bei der Volkszählung von 2001 hatte Friesach 5.335 Einwohner. Davon sind 89,8% römisch-katholisch, 2,6% protestantisch und 1,5% muslimisch. 4,8% der Bevölkerung sind nicht religiös.

Objekte von Interesse

Die mittelalterliche Stadt rund um die romanische Pfarrkirche St. Bartholomäus und ihre Stadtmauern sind in recht gutem Zustand erhalten. Ab dem 13. Jahrhundert residierten die Salzburger Erzbischöfe in der Residenz Fürstenhof. Außerdem:

Kirche St. Blasius

Dominikanerkloster

Kirche und Krankenhaus der Deutschen Ritter

Burgruine Petersberg

Wirtschaft

In Friesach gibt es mehrere kleine und mittlere Industrien, darunter Metallverarbeitung und Textilherstellung. Wie die meisten Regionen Kärntens ist die Stadt vor allem vom Tourismus abhängig. Mit dem Deutschen Ordenskrankenhaus ist es auch ein überregionales Gesundheitszentrum.

Politik

Gemeinderat

Bei den Wahlen 2009 bestand der Gemeinderat von Friesach aus 23 Mitgliedern der folgenden Parteien:

13 SPÖ

5 LSM (Independent)

3 BZÖ

2 BFF (Unabhängig)

1 FPÖ

Partnerstädte

Friesach ist Partner von:

Cormons, Italien

Bad Griesbach, Deutschland

Bemerkenswerte Leute

Josef Bucher (* 1965), Politiker

Gerda Hofstätter (* 1971), professionelle Billardspielerin

Robert Stadlober (* 1982), Schauspieler

Jürgen Säumel (* 1984), Fußballspieler

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Friesach

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