Fusch an der Grossglocknerstrasse

Politischer Bezirk Zell am See, Salzburg, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Fusch an der Grossglocknerstrasse

Über Fusch an der Grossglocknerstrasse

Fusch an der Großglocknerstraße ist eine Gemeinde am Fuße des Großglockners im Bezirk Zell am See (Pinzgau) im österreichischen Bundesland Salzburg. Das Fuschtal liegt nördlich der Hauptkette der Alpen. Die Bevölkerung (Stand Dezember 2008) ist 697. Fusch hat eine Höhe von 813 Metern, die maximale Höhe innerhalb der Gemeinde beträgt jedoch 3.564 Meter und steigt auf den Großglockner (Österreichs höchsten Berg).

Geographie

Das Fuschtal liegt nördlich der Alpen zwischen Rauris und Kaprun und mündet in das Salzachtal.

Durch das im Tal gelegene Fuschtal bei Ferleiten (gehört ebenfalls zu Fusch) führt die Großglockner-Hochalpenstraße als bekannte Naturstraße und beliebtes Ausflugsziel.

Vom Alpenhauptkamm windet sich die Fuscher Ache vom oberen Teil des Fuschtals - dem Kafertal - durch Ferleiten über den Landkreis Fusch bis zur Mündung in die Salzach bei Bruck an der Großglocknerstraße.

In einem Abschnitt des Fuschtals befindet sich auf 1.188 Metern Höhe Bad Fusch, ein Höhenkurort, der im 18. und 19. Jahrhundert unter dem Namen St. Wolfgang bekannt wurde und heute nur noch als Ruine dient Urlaubsziel. Hier gibt es zahlreiche Quellen, die teilweise Heilung geben sollen. Der Fürstbischof Kardinal Schwarzenberg, der 1829 erstmals hier war, sponserte im 19. Jahrhundert einen Kurort, der zu den bekanntesten Bergkurorten Österreichs zählt und bis nach Bad Gastein messen konnte. Der Ort verfiel jedoch nach 1945 infolge des Bankrotts der einzigen noch verbliebenen großen Hotels und besteht heute wieder aus nichts als Ruinen und einer restaurierten Kirche in den neunziger Jahren.

Große Teile des Tals sind Teil des Nationalparks Hohe Tauern und unterliegen besonders strengen Erhaltungsbedingungen.

Geschichte

Das Fuschtal bildet das nördliche Ende des alten Alpenpasses, der schon zu keltischen Zeiten als Saumpfad genutzt wurde. In der Nähe des Hochtors wurden keltische und römische Münzen gefunden und das höchste europäische Heiligtum mit einer kleinen Herkulesstatue. Ob es sich in dieser Zeit bereits um eine Stadt im Tal handelte, ist nicht belegt, aber es gab zumindest Übernachtungsmöglichkeiten für Händler, die vermutlich das Hochtor in den Zentralalpen überquerten. In Fusch selbst befinden sich Gewölbereste aus dem Mittelalter. Mit dem mittelalterlichen Bergbau wäre eine größere Anzahl von Bergleuten ins Tal gekommen. Die Hauptsiedlung im Tal war jedoch die späteste seit der Frühen Neuzeit, St. Wolfgang, später "Bad Fusch" genannt, vor Beginn des Gesundheitstourismus oder des Silberbergbaus am Kühkarkopf. Das heutige Dorf war zu dieser Zeit bewohnt und dürfte noch teilweise unbewohnbares Marschland gewesen sein. Die Stadt selbst war lange Zeit durch den Fluss zwischen den Verwaltungsgebieten Taxenbach und Zell geteilt, was sich heute in Zahlen mit den Buchstaben "Z" (für Fusch Zeller) und "T" (für Taxenbacher Fusch) niederschlägt. Als eigenständige Gemeinde wurde die Stadt (mit Ausnahme der NS-Zeit) fast durchgehend von christlichen und konservativen Bürgermeistern regiert. Die ehemals abgelegene Stadt profitierte wirtschaftlich stark vom Bau der Großglockner-Hochalpenstraße, liegt aber auch außerhalb der Sommermonate abseits der Haupttouristenrouten.

In der langen bäuerlichen Gesellschaft wurden - wie in anderen ländlichen Regionen Österreichs - während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter aus Osteuropa von Bauern eingesetzt. Am Ende des Krieges suchten mehrere NS-Kriegsverbrecher im Rahmen der Alpenredoute Zuflucht im Dorf. Von 1945 bis 1955 gehörte die Stadt zur US-Besatzungszone. Das Wachstum des Tourismus seit den 1960er Jahren brachte der Stadt einen gewissen Wohlstand, der jedoch nicht mit den großen Tourismuszentren in der Region mithalten kann und so die Stadtverteidigung rettete, funktioniert gut mit großen Skigebieten. Wie in vielen ländlichen Regionen Österreichs seit den 1990er Jahren ist eine gewisse Verschlechterung der ländlichen Infrastruktur durch die Schließung von Geschäften, Postämtern und Polizeistationen zu beobachten. Gleichzeitig haben der Nationalpark Hohe Tauern und eine kleine dazugehörige Ausstellung oder der Umbau der Mühlauersäge in ein Schau-Sägewerk erste Impulse für einen ökologisch und kulturell interessierten Tourismus gegeben.

Politik

Der Gemeinderat von Fusch an der Großglocknerstraße hat 9 Mitglieder und setzt sich seit der Kommunalwahl 2014 wie folgt zusammen:

Der direkt gewählte Bürgermeister ist Hannes Schernthaner (ÖVP).

Wappen

Das Wappen der Gemeinde lautet: "In einem grünen Schild befindet sich links ein silberner Pylon neben dem rotkralligen Goldenen Bären."

Galerie

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Fusch_an_der_Gro%C3%9Fglocknerstra%C3%9Fe

X