Gemeindebezirk Floridsdorf

Wien Stadt, Wien, Österreich

Land:
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Gemeinde:
Gemeindebezirk Floridsdorf
Bevölkerung:
144 811

Über Gemeindebezirk Floridsdorf

Floridsdorf (deutsche Aussprache: (Hören)) ist der 21. Wiener Bezirk (21. Bezirk, Floridsdorf) im Norden der Stadt und besteht aus sieben ehemals unabhängigen Gemeinden: Floridsdorf, Donaufeld, Großraum Jedlersdorf, Jedlesee, Leopoldau, Stammersdorf und Strebersdorf.

Geschichte

Vorgeschichte

Siedlungen gab es bereits in der Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v. Chr.). Aus dieser Zeit entdeckte Äxte und Tonscherben weisen darauf hin, dass die ersten Siedler in der Gegend Jäger waren. In der Nähe von Leopoldau zeugen Bronzewaffen und -schmuck von einer späteren Besiedlung. Einige dieser Gegenstände befinden sich jetzt im Bezirksmuseum.

Frühe Geschichte

Um 500 v. Chr. Drangen Kelten in das Gebiet des heutigen Floridsdorf ein und verloren mit der Expansion ihres Reiches an Boden. Das Gebiet wurde zu einem Niemandsland oder einer Pufferzone zwischen den Römern und den germanischen Stämmen in einer Zeit, in der wiederholte Kämpfe zwischen den beiden Völkern ausgetragen wurden.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft zog das Gebiet Langobarden, pannonische Awaren und Slawen an. Die Awaren wurden später von Karl dem Großen besiegt.

Mittelalter

Die Magyaren hatten das Pannonische Becken (das heutige Ungarn) Ende des neunten Jahrhunderts erobert und eine Reihe von Plünderungsangriffen nach Westen und Süden gestartet. Die Razzien nach Westen wurden erst mit der Niederlage der Magyaren in der Schlacht von Lechfeld im Jahr 955 gestoppt, die zu einer neuen politischen Ordnung in Westeuropa führte, die sich auf das Heilige Römische Reich konzentrierte. Um 1000 regierte der Babenberg im heutigen Wien. 1014 wurde erstmals das heutige Floridsdorf Jedlesee, damals Outcinesse (Meer von Uz), schriftlich erwähnt.

Lange Zeit konnte die Donau nur mit der Fähre überquert werden. Im Jahr 1500 wurde die erste Brücke gebaut. An der Stelle der heutigen Floridsdorfer Haupstraße, in der Nähe des Wasserparks, wurde die erste Holzbrücke (Taborbrücke) gebaut. Eine andere Brücke, das Kuhbrückl, kreuzte einen kleinen Arm der Donau. An der Gabelung der Hauptstraße nach Böhmen und Mähren entstand die neue Siedlung Floridsdorf.

Moderne Zeit

Floridsdorf hieß zunächst "Am Spitz" und wurde später dem Kloster Klosterneuburg zugeordnet. Floridus Leeb, Abt des Klosters, übergab 1786 26 Grundstücke an Siedlerfamilien. Durch die Industrialisierung veränderte sich Floridsdorf, ursprünglich ein landwirtschaftliches Gebiet, in kurzer Zeit, so dass Floridsdorf am 8. Mai 1894 mit den Dörfern Donaufeld, Jedlesee und New Jedlersdorf zu einer größeren Gemeinde ausgebaut wurde. Die Dampfbahn und die Nordwestbahn haben ebenfalls zur Industrialisierung beigetragen. Eine Gedenktafel am Bahnhof Floridsdorf verkündet heute, dass am 23. November 1837 mit der Eröffnung des ersten Abschnitts der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn zwischen Floridsdorf und Deutsch-Wagram das Zeitalter der Eisenbahnen in Österreich begann.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde versucht, Wien reichsunmittelbar zu machen und vom Kronland Österreich an der Enns zu trennen, wobei Floridsdorf als zukünftige Landeshauptstadt Niederösterreichs vorgesehen war.

Bis 1904 bestand Floridsdorf aus den Ortsteilen Jedlesee, Großraum Jedlersdorf, Donaufeld, Leopoldau, Kagran, Hirschstetten, Stadlau und Aspern. 1910 wurde Strebersdorf auch in Wien eingemeindet. Durch die Gründung des neuen Stadtteils Donaustadt im Jahr 1938 verlor Floridsdorf Kagran, Stadlau, Hirschstetten, Aspern und Lobau. Während der Ölkampagne des Zweiten Weltkriegs wurden die Ölraffinerie und die Abstellgleise in Floridsdorf von den Alliierten bombardiert, zusätzlich zu einem Teil der Heinkel-Süd-Militärflugzeugproduktion des südlichen Heinkel-Luftfahrtunternehmens. 1954 wurden die Grenzen von Niederösterreich und Donaustadt neu gezogen und Stammersdorf eingemeindet.

Geographie

Topographie

Nord-Floridsdorf wird von den südlichen Ausläufern des Bisambergs dominiert. Da sich der Gipfel des Bisambergs mit 358 Metern heute in Niederösterreich befindet, ist der Falkenberg mit 320 Metern der höchste Punkt in Floridsdorf.

Die Donau markiert die südwestliche Grenze von Floridsdorf. Ein Teil der Neuen Donau und ein Teil der Donauinsel fallen in den Landkreis, während die unmittelbar dahinter liegenden Feuchtgebiete zu Döbling gehören. Brücken über die Donau nach Floridsdorf (nach Fließrichtung der Donau aufgeführt) sind die Jedleseebrücke, die Wiener Nordbrücke, die Floridsdorfer Brücke, die U6-Donaubrücke und die Brigittenauer Brücke. Der nördliche Abschnitt der Alten Donau fließt durch Floridsdorf. 1992 wurde der den Stadtteil durchquerende Marchfeldkanal in Betrieb genommen.

Unterbezirke

Floridsdorf besteht aus sieben ehemals unabhängigen Gemeinden: Floridsdorf, Donaufeld, Jedlersdorf, Jedlesee, Leopoldau, Stammersdorf und Strebersdorf sowie Teilen von zwei weiteren.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Floridsdorf

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