Gemeindebezirk Hernals

Wien Stadt, Wien, Österreich

Land:
Bundesland:
Kreis:
Gemeinde:
Gemeindebezirk Hernals
Bevölkerung:
53 409

Über Gemeindebezirk Hernals

Hernals (deutsche Aussprache: (Hören); Wiener Deutsch: Hernois) ist der 17. Bezirk von Wien, Österreich (Deutsch: 17. Bezirk, Hernals).

Hernals ist im Nordwesten von Wien.

Es wurde 1892 aus den Gemeinden Hernals, Dornbach und Neuwaldegg annektiert.

Geographie

Der Bezirk Hernals erstreckt sich entlang der Kanäle des Flusses Als westlich von Wien zwischen dem Wienerwald und dem Gürtel (einer Hauptstraße um das Innere Wiens). Der Als ist der zweitlängste Strom (der längste ist der Fluss Wien), der vom Wienerwald in die Donau fließt. Der höchste Punkt ist mit 464 Metern der Heuberg. Die ursprünglichen Vororten von Hernals, Dornbach und Neuwaldegg wurden 1892 annektiert und bilden das Herz des 17. Bezirks. Die Häuser in den zentralen Bereichen wurden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert während der Gründerzeit gebaut. Weiter draußen sind die ursprünglichen Bauernhäuser erhalten, oft mit Gärten und Villen. Ackerland macht ungefähr 29,7% der Landfläche des Distrikts aus, und Gebäude zur Unterstützung des Verkehrs machen ungefähr 10,3% der Fläche aus. Hernals ist mit rund 59,6% Grünfläche einer der grünsten Bezirke Wiens mit 39,6% Wald und 14% kleineren Gärten und Wiesen. Die Landwirtschaft macht nur 1,4% aus und spielt heute kaum noch eine Rolle. Die Weingüter haben sich größtenteils in die Hügel des Schafbergs zurückgezogen und gehören zur römisch-katholischen Gemeinde Dornbach.

Bodennutzung

Die bebaute Fläche von Hernals macht 29,7% (Wien: 33,3%) der Bezirksfläche aus. Der Anteil der Wohnflächen an der bebauten Fläche beträgt 90,9%, der zweithöchste in Wien.

Dementsprechend ist der Anteil von Ackerland (2,8%) und Land für den kulturellen, religiösen, sportlichen oder öffentlichen Sektor (5,4%) im entwickelten Gebiet begrenzt.

Der Grünraum in Hernals bedeckt 59,6%, womit Hernals der drittgrünste Bezirk ist. Fast 66,5% der Grünfläche entfallen auf Wälder, 12,1% auf Wiesen und 11,4% auf kleine Gärten. In den Outdoor-Sport- und Erholungsgebieten (3,7%) wird nur wenig Hernalser Grünfläche genutzt. Das ehemalige große Weinbaugebiet ist auf dem Schafberg so gut wie verschwunden.

Der Anteil der von Menschenhandel betroffenen Fläche im Bezirk ist mit 10,3% sehr gering. Die Gewässer bedecken 0,4% der Bezirksfläche.

Geschichte

Hernals bis 1918

Archäologische Ausgrabungen errichteten die ersten Siedlungen im Bezirk Hernals in der Jungsteinzeit in der Nähe des Als-Baches, dessen Gewässer sich mit Fischen verbanden. Ausgrabungen aus der Römerzeit lassen Ziegeleien am heutigen Elterleinplatz erkennen. Während des Mittelalters wurden die Dörfer (Vororte) Hernals und Dornbach entlang der Als gebaut, während Neuwaldegg zu Beginn der Neuzeit gegründet wurde.

Die Gründung von Hernals als 17. Wiener Gemeindebezirk erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts. Nachdem die Vorstädte von Wien 1850 annektiert worden waren, begannen die Diskussionen in den 1870er Jahren, weitere Gebiete des Umlandes anzuschließen. Obwohl die Gebiete gegen eine solche Annexion waren, erklärte Kaiser Franz Joseph I. 1888, dass es so sein würde. Das Dekret trat am 1. Januar 1892 in Kraft und vereinigte Hernals, Dornbach und Neuwaldegg als 17. Bezirk. Zu dieser Zeit war die Gemeinde Hernals die bedeutendste der drei und neben Wien die bevölkerungsreichste Gemeinde Niederösterreichs.

Im Jahr 1890 bildeten 74.657 Menschen und 1.803 Häuser den neu errichteten Stadtteil. Bezirksdirektor Kretschek und der Berater der Gemeinde Hernals Sebastian Grünbeck haben die St. Anna-Kapelle, den Bau des Jörgerbads, den Bau verschiedener Schulen, die Verwaltung der Straßen und die Erweiterung des Hernalser Friedhofs wieder aufgebaut. 1894 wurde die Stadtmauer abgerissen und die Eisenbahnlinien gebaut. Der Hernalser Markt wurde auf den Zimmermannplatz verlegt.

Hernals 1919-1945

Nach dem Ersten Weltkrieg begannen die Sozialdemokraten mit dem kommunalen Bau von Gemeindebauten in Hernals. 1922 baute Karl Ehn 164 neue Wohnungen in der Balderichgasse. Der größte zwischen den Weltkriegen in Hernals errichtete Gemeindebau wurde 1929 in der Wattgasse fertiggestellt, wo 294 Wohnungen gebaut wurden. Die Expansion wurde aufgrund des finanziellen Drucks der österreichischen Regierung gestoppt und die Anzahl der Gemeindewohnungen blieb mit 1.467 unter dem Wiener Durchschnitt.

Hernals wurde nach den Schattendorfer Hinrichtungen als größtenteils proletarischer Bezirk instabil, und am 15. Juli 1927 griff die Polizei in der Hernalser Hauptstraße 158 Menschen an. Wütende Demonstranten stürmten die Polizeistation in der Hernalser Hauptstraße 158 und zündeten die Polizeiausrüstung auf der Straße an. Zwei durch das Feuer beschädigte Bäume wurden später als "revolutionäre Bäume" gepflegt, starben aber schließlich Mitte der 30er Jahre. Die Unruhen eskalierten am 16. Juni weiter, als fünf Menschen ihr Leben ließen. Der österreichische Bürgerkrieg im Februar 1934 fand jedoch nur außerhalb von Hernals statt. Mit dem Verbot der Sozialdemokraten wurde eine neue Bezirksregierung eingesetzt.

Hernals seit 1945

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Hernals

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