Hardegg

Politischer Bezirk Hollabrunn, Niederösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Hardegg
Bevölkerung:
1 447

Über Hardegg

Hardegg ist eine Stadt im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn. Es liegt im Waldviertel an der Thaya, direkt an der Grenze zur Tschechischen Republik. Das Thaya-Tal ist als Nationalpark geschützt und grenzt an den Podyjí-Nationalpark an der tschechischen Küste an.

Die Gemeinde besteht seit 1975 aus den Katastralgemeinden Hardegg, Felling, Heufurth, Mallersbach, Merkersdorf, Niederfladnitz, Pleißing, Riegersburg, Umlauf (unbewohnt, liegt ganz im Nationalpark Thayatal und besteht aus nur 12 Fischerhütten) und Waschbach. Hardegg wird oft als "kleinste Stadt Österreichs" bezeichnet: Aus historischen Gründen hat die Gemeinde den Status einer Stadt (deutsch: Stadtrecht), die eigentliche Hardegg hat jedoch nur 78 Einwohner.

Geschichte

Schloss Hardegg wurde im März Österreichs erstmals 1145 urkundlich erwähnt, es wurde um 1187 von den Grafen von Plain erworben. Hardegg selbst wird erstmals 1290 als Stadt urkundlich erwähnt. Das Gebiet befand sich an der Grenze zum Königreich Böhmen 1425 während der Hussitenkriege zerstört. 1483 wurde Hardegg den habsburgischen Erzherzögen von Österreich vermacht.

Kaiser Maximilian I. gewährte seinen Ministern der Prueschenker Adelsfamilie Hardegg und ernannte sie 1499 zu unmittelbaren Grafen von Hardegg. Zwei Jahre später erwarb Graf Ulrich den böhmischen Landkreis Kladsko von den Herzögen von Münsterberg. Ab dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Burg, bis sie von der Khevenhüller-Dynastie erworben und Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Carl Gangolf Kayser wieder aufgebaut wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall des Eisernen Vorhangs war Hardegg besonders isoliert. Die einzige Verbindung zur Tschechischen Republik besteht über eine 1874 erbaute Brücke über die Thaya zum Nachbardorf Čížov (Teil der Gemeinde Horní Břečkov) in Mähren.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die entlegene Lage der Stadt spiegelte sich auch in einer abnehmenden Einwohnerzahl wider. Sein einziger positiver Wirtschaftsfaktor ist heute der Tourismus. Die höchste Bevölkerung, die jemals offiziell registriert wurde, war im Jahr 1890 - insgesamt 3.209. Seitdem ist die Einwohnerzahl mit Ausnahme der Zeit zwischen 1939 und 1951 stetig zurückgegangen. Dies ist typisch für den Stadtteil Hollabrunn, in dem seit 1980 keine Bevölkerungszunahme zu verzeichnen ist.

Im Jahr 2001 gab es 56 nichtlandwirtschaftliche Betriebe, laut einer Volkszählung von 1999 gab es 108 Gehöfte und Forstbetriebe. Im Jahr 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen 597, die Beschäftigungsquote lag bei 40,8%. In Riegerburg gibt es ein ehemaliges Kohlenbergwerk und Felling ist der Sitz von RM Austria - Perlmuttdesign, Österreichs letzter Perlmuttdreher. In Mallersbach und Niederfladnitz wurde Kaolinit abgebaut.

Nach der saisonalen Eröffnung des Grenzübergangs Thaya-Brücke von Hardegg nach Čížov am 12. April 1990 wurde der Grenzübergang am 9. Mai 2006 stündlich für Fußgänger, Radfahrer und Skifahrer geöffnet. Im Juli wurde der Grenzübergang Felling nach Podmyče für Fußgänger geöffnet und Radfahrer. Nach der Erweiterung des Schengen-Raums der Europäischen Union kann die Grenze nun jederzeit und überall überschritten werden, und formelle Kontrollpunkte sind veraltet.

Politik

Heribert Donnerbauer von der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) ist seit 2010 Bürgermeister der Stadt. Der Rat besteht aus 19 Sitzen, die nach den Wahlen vom 14. März 2010 wie folgt aufgeteilt sind: ÖVP 15, SPÖ 4.

Sehenswürdigkeiten

Jährliches Retzerland Kürbisfest

Backsteinpfeiler eines ehemaligen Galgens zwischen Niederfladnitz und Oberretzbach

Schloss Hardegg

Schloss Riegersburg

Burgruine Kaja bei Merkersdorf

Thayatal-Nationalpark

Bemerkenswerte Leute

Freddy Quinn (* 1931 in Niederfladnitz), Sänger und Musiker

Ehrenbürger

Erwin Pröll, Gouverneur von Niederösterreich

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Hardegg

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