Judenburg

Politischer Bezirk Murtal, Steiermark, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Judenburg
Bevölkerung:
9 494

Über Judenburg

Judenburg ist eine historische Stadt in der Steiermark, Österreich.

Es ist das Verwaltungszentrum des Landkreises Murtal, der am 1. Januar 2012 aus dem ehemaligen Bezirk Judenburg und dem ehemaligen Bezirk Knittelfeld entstanden ist. Bis zum 31. Dezember 2011 war es die Hauptstadt des Landkreises Judenburg.

Zum 1. Januar 2015 wurden die Nachbargemeinden Oberweg und Reifling in Judenburg zusammengelegt.

Geographie

Sie liegt in der Obersteiermark am westlichen Ende des Aichfelder Beckens und erstreckt sich entlang der Mur von Judenburg bis nach Knittelfeld im Osten. Das weite Tal wird im Norden von den Niederen Tauern und im Süden von den Norischen Alpen (Lavanttaler Alpen) begrenzt.

Zum Gemeindegebiet gehören auch die 1963 eingemeindeten Katastergemeinden Tiefenbach und Waltersdorf.

Geschichte

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet mindestens seit den Tagen des keltischen Königreichs Noricum besiedelt war. Judenburg selbst wurde erstmals 1074 in einer Grundrechtsurkunde als mercatum Judinburch erwähnt, einer Marktgemeinde auf dem Gut Eppenstein, dem Stammsitz der bayerischen Eppensteiner, die im 11. Jahrhundert als steirische Markgrafen regierten. Der Name bedeutet wörtlich "Judengemeinde" und bezieht sich auf den Ursprung der Stadt als Handelsplatz auf dem Weg vom Murtal über den Obdachsattel nach Kärnten, in dem Juden eine wichtige Rolle spielten und im Stadtwappen vertreten waren Waffen.

Mit dem Aussterben der Eppensteiner-Dynastie im Jahr 1122 gingen die Güter an die steirischen Otakaren und seit 1156 an das österreichische Herzogshaus Babenberg über. Judenburg erhielt 1224 Stadtprivilegien und 1277 das Mautrecht. Die Stadt wuchs zu einem wichtigen Handelszentrum für Eisenerz im nahe gelegenen Eisenerz, aber auch für Valeriana Celtica, das im 13. und 14. Jahrhundert in Parfums verwendet wurde. Judenburg erhielt 1460 vom habsburgischen Kaiser Friedrich III. Sogar ein Baldrian-Handelsmonopol. Nach mehreren Pogromen wurden alle Juden im Auftrag von Kaiser Maximilian I. 1496 aus dem Herzogtum Steiermark vertrieben. Nach seinem Durchbruch in Italien erlangte General Napoléon Bonaparte sein Dort unterzeichnete er in der Nacht vom 7. auf den 8. April 1796 mit den Österreichern den Waffenstillstand von Judenburg.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Stadt eines der Zentren der österreichisch-ungarischen Stahlindustrie und zugleich Garnisonsstadt der österreichisch-ungarischen Armee. Von 1910 bis 1914 verband einer der ersten Trolleybusse Österreichs den Bahnhof Judenburg mit der Innenstadt. Von der damaligen Industrie ist heute nur noch wenig übrig, aber Judenburg bleibt ein Industrie- und Handelszentrum. Im Mai 1918 war die Stadt Schauplatz einer gescheiterten Meuterei.

Mit der Annexion Österreichs durch das nationalsozialistische Deutschland wurde Judenburg 1938 Teil des Dritten Reiches. Aufgrund der Anwesenheit des Wortes Jude ("Jude") im Namen der Stadt wurde eine Reihe von möglichen neuen Namen vorgeschlagen, darunter Zirbenstadt (nach Zirbe, dem deutschen Namen für die Schweizer Kiefer) und Adolfsburg (zu Ehren von Adolf Hitler). . Die geplante Umbenennung wurde jedoch nach Kriegsausbruch auf unbestimmte Zeit verschoben und geschah letztendlich nie.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in der Nähe ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen , in dem nach dem Krieg ein Aufnahmezentrum für Vertriebene eingerichtet wurde. Judenburg war auch eine von mehreren Städten, in denen Kosaken an die Rote Armee übergeben wurden.

Politik

Sitze in der Gemeindeversammlung (Gemeinderat) ab 2010 Wahlen:

Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ): 16

Österreichische Volkspartei (ÖVP): 5

Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ): 2

Österreichische Freiheitspartei (FPÖ): 2

Internationale Beziehungen

Partnerstädte - Partnerstädte

Judenburg ist Mitglied des Douzelage, eines einzigartigen Städtepartnerschaftsverbands von 24 Städten in der gesamten Europäischen Union. Diese aktive Städtepartnerschaft begann 1991 und es gibt regelmäßige Veranstaltungen, wie zum Beispiel einen Warenmarkt aus den anderen Ländern und Festivals. Über die Mitgliedschaft wird auch mit drei weiteren Städten diskutiert (Agros in Zypern, Škofja Loka in Slowenien und Tryavna in Bulgarien).

Bemerkenswerte Leute

Harald Bosio (1906–1980), Skifahrer

Renate Götschl (* 1975), Skifahrerin

Gernot Jurtin (1955–2006), Fußballspieler

Vinzenz Kaiser (1904–1945), SS-Offizier

Thomas Krammer (* 1983), Fußballspieler

Michael Madl (* 1988), Fußballspieler

Christian Muthspiel (* 1962), Jazzmusiker

Wolfgang Muthspiel (* 1965), Jazzmusiker

Christian Pfannberger (* 1979), Rennradfahrer

Walter Pfrimer (1881–1968), Politiker und Nationalsozialist, bekannt für den Pfrimer-Putsch von 1931

Alf Poier (* 1967), Singer-Songwriter und Komiker

Herfried Sabitzer (* 1969), Fußballspieler

Gernot Sick (* 1978), Fußballspieler

Christoph Sumann (* 1976), Biathlet

Jack Unterweger (1950–1994), Autor und Serienmörder

Andreas Zuber (* 1983), Rennfahrer

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Judenburg

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