Kaprun

Politischer Bezirk Zell am See, Salzburg, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Kaprun
Bevölkerung:
2 967

Über Kaprun

Kaprun ist eine Gemeinde im Bezirk Zell am See im Bundesland Salzburg, Österreich. Die Stadt ist ein touristisches Ziel namens "Zell am See-Kaprun" mit dem benachbarten Zell am See.

Geographie

Kaprun liegt im Pinzgau an den Nordhängen der Alpen-Glockner-Gruppe mit dem Berg Großes Wiesbachhorn, 3.564 m, Teil der Hohen Tauern, die die Grenze zwischen Salzburg und Kärnten bilden. Kaprun am Fuße des Kitzsteinhorns ist ein ganzjährig geöffnetes Sportzentrum. Der Kapruner Ache mündet südlich der Siedlung in die Salzach. Das Wasserkraftwerk Mooserboden nutzt Wasser aus zwei Stauseen, die von einigen der größten Staumauern Österreichs zurückgehalten werden. Der Stausee ist zu einer Touristenattraktion mit Blick auf die Städte Kaprun und Zell am See geworden. Die Tauern Spa World wurde im November 2010 fertiggestellt und ist der zweitgrößte Kurkomplex in Österreich.

Geschichte

Eine Chataprunnin-Siedlung (abgeleitet von Celtic for "Whitewater") im Herzogtum Bayern wurde erstmals in einer Urkunde von 931 erwähnt, die 1166 als Besitz der Grafen von Falkenstein urkundlich erwähnt wurde 1287 und 1338 an die Herren von Felben übergeben. Sitz eines Salzburger Burggrafen von 1480, der während des Deutschen Bauernkrieges von 1526 verwüstet wurde. 1606 ließ Erzbischof Wolf Dietrich Raitenau den örtlichen Burggrafen enthauptet, weil er sich auf die Seite der örtlichen Aufständischen gestellt hatte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich das Schloss im Besitz von Fürst Johann II. Von Liechtenstein, der es 1921 verkaufte. In den späten 1920er Jahren entwickelten die deutsche AEG und die Salzburger Landesregierung Pläne für ein Wasserkraftwerk mit zwei Stauseen in Hohen Tauern das Kaprun-Tal. Die Planung wurde während der Weltwirtschaftskrise eingestellt und erst mit dem österreichischen Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland im Jahr 1938 wieder aufgenommen. Unter dem Kommando von Hermann Göring wurde im Zweiten Weltkrieg mit dem Bau von Kriegsgefangenen aus Belgien und anderen besetzten Ländern sowie jüdischen und sowjetischen Zwangsarbeitern begonnen. Die unmenschlichen Verhältnisse schilderte Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem Stück Das Werk von 2003. Der Bau wurde 1942/43 eingestellt und nach dem Krieg von den alliierten Besatzern Österreichs ab 1947 wieder aufgenommen. Das Kraftwerk wurde mit Bucyrus-Ausrüstung und massiver Hilfe des Marshall-Plan-Programms zur Ikone des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Das Richtfest fand am 23. September 1955 statt, wenige Monate nach Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages.

Gletscherbahnen

Das Kitzsteinhorn ist über die Gletscherbahn 1 erreichbar, eine dreiteilige Luftseilbahn, die am 12. Dezember 1965 eröffnet wurde, um das Gebiet für das Gletscherskifahren zu erschließen. Der tiefste Abschnitt vom Kapruner Thörl bis zur Salzburger Hütte ist 2028 Meter lang und steigt auf 970 Meter Höhe. Der zweite Abschnitt zur Krefelder Hütte ist 554 m hoch. Der dritte Abschnitt von der Krefelder Hütte ist 2.192 Meter lang und 575 Meter hoch. In diesem Abschnitt befindet sich der höchste Hubmast der Welt, eine 113,9 Meter (ursprünglich 106 Meter) hohe Stahlkonstruktion. Diese Säule wurde 1966 gebaut und hat in der Mitte ein Rohr mit einem Durchmesser von 2,2 Metern, in dem eine Leiter und ein Wartungsaufzug installiert sind.

Die Gletscherbahn 2 war eine Standseilbahn mit zwei Waggons von Kaprun zum Kitzsteinhorn, die am 23. März 1974 eröffnet wurde. Sie hatte eine ungewöhnliche Spurweite von 946 Millimetern und eine Länge von 3,9 Kilometern 3,3 Kilometer waren durch einen Tunnel. Am 11. November 2000 war es der Ort der Kaprun-Katastrophe, an dem 149 Skifahrer bei einem Tunnelbrand ums Leben kamen. Sechs weitere Todesfälle ereigneten sich indirekt. Drei starben im Laden und im Restaurant wegen Rauches. Der Begleiter im brennenden Zug starb mit den 149 Skifahrern. Der Rauch tötete den Begleiter und den einzigen Passagier im anderen identischen Zug. Der Tunnel und die Standseilbahn sind seitdem geschlossen.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Kaprun

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