Leutasch

Politischer Bezirk Innsbruck Land, Tirol, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Leutasch
Bevölkerung:
2 060

Über Leutasch

Leutasch ist eine Gemeinde im nördlichen Teil des Bezirks Innsbruck-Land im österreichischen Bundesland Tirol, etwa 30 km nordwestlich von Innsbruck und 10 km nordwestlich von Seefeld in Tirol

Geographie

Das Dorf liegt im Leutaschtal, einem Hochtal, das sich über 16 Kilometer von der Hohen Munde nach Nordosten entlang des Wettersteingebirges erstreckt und an der Leutaschschlucht endet, die bei Mittenwald die Grenze zu Deutschland bildet. Das Tal wird von anderen markanten Gipfeln wie dem Hochwanner, der Dreitorspitze und der Arnspitze eingerahmt. Das Tal ist ein großes Felsbecken, das aus Gletschern der Eiszeit besteht und mit Kies und Seesedimenten gefüllt ist. Durch sie fließt die Leutascher Ache. Das Gaistal führt zwischen der Wetterstein- und der Mieminger Kette im Westen zur Ehrwald Alm.

Leutasch ist im Süden vor dem warmen Föhn und im Norden vor der Kälte durch den Wetterstein geschützt. Von Westen her haben Schneewolken einen leichten Zugang durch das Gaistal. Dies gibt Leutasch sehr zuverlässige Schneebedingungen bei gleichzeitig mildem Sommerklima.

Die Siedlung erstreckt sich entlang der Straße in zahlreichen Weilern. Leutasch war wesentlich landwirtschaftlich geprägt als die Nachbarregion um Seefeld und konnte so bis heute eine Kulturlandschaft aus Wiesen und Weiden mit Feuchtgebieten bewahren.

Unterteilungen

Die Gemeinde Leutasch besteht aus dem Dorf Leutasch selbst und 24 weiteren Dörfern, Weilern und Einzelhäusern.

Die Gemeinde teilt sich in drei Gruppen:

Oberleutasch, mit Ahrn, Aue, Emmat, Gasse, Kirchplatzl, Klamm, Kreith, Lehner, Moos, Obern, Ostbach, Plaik, Platzl, Seewald, Weidach (mit Unter-, Oberweidach), Föhrenwald.

Unterleutasch mit Burggraben, Lochlehn, Puitbach, Reindlau, Schanz, Unterkirchen

Neuleutasch, bestehend aus Lehenwald und Boden-Niederlög, bereits bei Scharnitz

Die Gemeinde hat keine offensichtliche Hauptsiedlung; Der Gemeinderat hat seinen Sitz in Kirchplatzl, der auch als "Leutasch" oder "Oberleutasch" bezeichnet wird (oder umgekehrt der Name "Leutasch" mit dem gesamten Gebiet von Oberleutasch). Am Kirchplatzl befindet sich auch die Pfarrkirche von Oberleutasch, die zweite Pfarr- und Pfarrkirche der Gemeinde, Unterleutasch, in Unterkirchen. Das Dorf Weidach ist das touristische Zentrum.

Nachbargemeinden

Geschichte

Es gibt keine Hinweise auf eine Besiedlung der Leutash-Region vor der Mitte des 12. Jahrhunderts. Das Gebiet an der Leutasch wird erstmals 1278 im Zusammenhang mit einer Stiftung des bayerischen Adligen Bernhard von Hausen an das oberbayerische Augustinerkloster Polling bei Weilheim schriftlich erwähnt. Etwa zur gleichen Zeit erhielt das Stift Wilten Besitzungen und Rechte in diesem Gebiet, obwohl seine Täler zu dieser Zeit wahrscheinlich noch vollständig bewaldet waren. Bald wurden die ersten Gehöfte und Gehöfte auf Waldlichtungen gebaut.

1294 verkaufte der kinderlose Graf Berchtold III. Von Eschenlohe seine Landkreise Mittenwald und Partenkirchen zusammen mit dem Wetterstein an den Bischof von Freising, dessen Bistum auf diese Weise zum Hochstift erhoben wurde. Das Hochstift Freising vereinigte die neu erworbenen Landkreise mit dem 1249 erworbenen Prädium Garmisch zur Grafschaft Werdenfels. Die Erstbeschreibung der Grenze im Jahr 1305 zeigt, dass ein Teil des Leutaschtals der Grafschaft Werdenfels gehörte.

Herzog Heinrich von Kärnten und Graf von Tirol erwarben 1312 Güter in der Leutasch. Im Jahr 1338 ließ er an der Talspitze oberhalb der Leutaschschlucht, 300 m östlich der späteren Leutascher Schanze, eine Burg errichten, mit einer Außen- und Innenburg und einem umgebenden Wassergraben in quadratischer Form. Zu ihrem Schutz erwarb Tirol weitere Ländereien und das Leutaschtal ging 1500 nach Tirol.

Die anschließende Besiedlung des Leutaschtals verlief langsam, aber stetig: 1775 lebten im Tal etwa 800 Menschen, und die Bevölkerung von Leutasch wurde in einer offiziellen Volkszählung von 1826 als 945 registriert. Mit der Zeit wuchs auch die Zahl der Landesherren, darunter der Tiroler Landesherr und das Stift Stams. Diese territorialen Herrschaften wurden - wie im übrigen Österreich - im Zuge der Revolutionen von 1848/49 abgeschafft.

Obwohl das Leutaschtal abseits der Hauptkommunikationswege lag, war es von mehreren Konflikten betroffen:

Während des Dreißigjährigen Krieges erlitten Leutasch und die Nachbargemeinde Seefeld schwere Plünderungen, während der Rest Tirols fast völlig verschont blieb.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Leutasch

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