Lienz

Politischer Bezirk Lienz, Tirol, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Lienz
Bevölkerung:
12 062

Über Lienz

Lienz ist eine mittelalterliche Stadt im österreichischen Bundesland Tirol. Es ist das Verwaltungszentrum des Landkreises Lienz, der ganz Osttirol umfasst. Zur Gemeinde gehört auch die Katasterteilung Patriasdorf.

Geographie

Lienz liegt am Zusammenfluss der Flüsse Isel und Drau in den Ostalpen, zwischen den Hohen Tauern im Norden (einschließlich der Schober- und Kreuzeckgruppe) und den Gailtaler Alpen im Süden. Es ist durch den Iselsbergpass mit Winklern in Kärnten verbunden. Die Nachbargemeinde Leisach markiert den östlichsten Punkt des Pustertals.

Durch das stetige Wachstum der Stadt gelten einige kleinere Dörfer in der Umgebung - obwohl offiziell eigenständige Gemeinden - heute weitgehend als Vororte von Lienz. Diese Vororte umfassen:

Geschichte

Das Gebiet von Lienz war seit der Bronzezeit um 2000 v. Chr. Besiedelt. Hier lebten seit etwa 300 v. Chr. Keltische Menschen, hauptsächlich als Bergleute, die 15 v. Chr. Unter die Kontrolle des Römischen Reiches kamen. Das Gebiet wurde in die Provinz Noricum eingegliedert und Kaiser Claudius ließ in der heutigen Gemeinde Dölsach bei Lienz ein Municipium namens Aguntum errichten. Aguntum wurde im 5. Jahrhundert Sitz eines frühchristlichen Bischofs, verfiel aber während der slawischen Besiedlung der Ostalpen und der anschließenden Kämpfe mit den Bayern unter König Tassilo I. um 600. Teil des slawischen Fürstentums Karantanien, das Gebiet unter bayerischer Herrschaft und schließlich die fränkische Oberhoheit im 8. Jahrhundert.

Lienz selbst wurde in einer Urkunde des Bischofs von Brixen um 1030 erstmals als Luenzina erwähnt. Die Siedlung selbst gehörte dann zusammen mit dem benachbarten Patriasdorf zu den Patriarchen von Aquileia, die 1077 von Kaiser Heinrich IV. Zu unmittelbaren Grundherren erhoben wurden wurde dann von den Nachkommen der Meinhardiner-Dynastie gekauft, die das Amt des Aquileian Vögte (reeves) innehatten und Lienz als Residenz wählten. Ab etwa 1127 nannten sie sich Grafen von Görz (Görz).

An der wichtigen Handelsstraße von Venzone im Friaul nach Salzburg gelegen, erhielt die Marktgemeinde Lienz am 25. Februar 1242 das Stadtrecht. 1278 vollendeten die Grafen die Burg Bruck, die bis 1500 als Sitz der Stadt diente. Als die Meinhardiner nach dem Tod des Grafen Leonhard von Görz im Jahr 1500 ausstarben, wurden ihre Güter dem habsburgischen König Maximilian I. vermacht und schließlich in die Grafschaft Tirol eingegliedert. Vom Status einer kaiserlichen Residenz sank Lienz zur Bedeutungslosigkeit einer Provinzstadt innerhalb der Habsburgermonarchie.

Während der italienischen Revolutionskriege wurde Lienz 1797 zweimal von französischen Truppen besetzt. Nach der österreichischen Niederlage in der Schlacht von Austerlitz ging Lienz mit Tirol gemäß dem Pressburger Frieden von 1805 an das Kurfürstentum Bayern über. 1809 wurde es Verwaltungszentrum eines Bezirks innerhalb der kurzlebigen napoleonischen illyrischen Provinzen, wurde jedoch 1813 von österreichischen Truppen zurückerobert. Bis 1918 war die Stadt wieder Teil der österreichischen Monarchie (österreichische Seite nach dem Kompromiss von 1867), Leiter des gleichnamigen Bezirks, einer der 21 Bezirkshauptmannschaften im Bundesland Tirol.

Im November 1918 wurde es von der italienischen Armee besetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die südlichen Teile des ehemaligen cisleithanischen Kronlandes Tirol (dh Trentino und Südtirol) dem Königreich Italien im Rahmen des Londoner Pakts zuerkannt und der Vertrag von Saint-Germain von 1919, der den Bezirk Lienz in Osttirol zu einer Exklave ohne territoriale Verbindung zum nordtiroler Festland macht. Nach dem Anschluss des Bundeslandes Österreich an das nationalsozialistische Deutschland 1938 wurde der Landkreis Lienz Teil des Kärntner Reichsgaus.

Am 8. Mai 1945 besetzten britische Truppen Lienz, das zusammen mit Kärnten und der Steiermark Teil der britischen Besatzungszone wurde. Zu dieser Zeit waren mehrere tausend Mitglieder der ehemaligen Wehrmacht 1. Kosakendivision aus Jugoslawien in und um Lienz eingetroffen. Sie ergaben sich den britischen Truppen, wurden aber gewaltsam in die Sowjetunion zurückgeführt.

Klima

Lienz hat relativ warme und feuchte Sommer und kalte Winter. Es gab 1971–2000 einen registrierten Niederschlag von 915 mm. Der meiste Regen fällt in den Sommermonaten, insbesondere von Juni bis August (98, 119 und 100 mm). Die trockensten Monate sind Januar und Februar (42 und 35 mm)

Die Durchschnittstemperatur beträgt 7,0 ° C, im Juli etwa 17,9 ° C und im Januar -5,2 ° C. Lienz ist auch eine der sonnigsten Städte Österreichs mit durchschnittlich 5,4 Sonnenstunden pro Tag oder 1952 Stunden pro Jahr. Der Untertyp der Köppen-Klimaklassifikation für dieses Klima ist "Dfb" (feuchter Kontinent).

Population

Politik

Sitze in der Gemeindeversammlung (Gemeinderat) ab 2010 Wahlen:

Österreichische Volkspartei (ÖVP): 11

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Lienz

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