Loosdorf

Politischer Bezirk Melk, Niederösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Loosdorf
Bevölkerung:
3 616

Über Loosdorf

Loosdorf ist eine Kleinstadt im Bezirk Melk im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Eines der historischen Gebäude ist die Hohe Schule, die 1574 oder einige Jahre zuvor vom österreichischen Adligen Hans Wilhelm von Losenstein (übersetzt: "Johannes Wilhelm von Losenstein"), dem Herrn des nahe gelegenen Schlosses Schallaburg, gegründet wurde . Es diente von etwa 1574 bis 1627 als lutherisches Gymnasium.

Ein weiteres historisches Gebäude ist das Ledóchowska-Haus, in dem u.a. Die selige Maria Teresia Ledóchowska und Julia, die spätere römisch-katholische Heilige Ursula Ledóchowska, wurden geboren und lebten dort bis 1874.

Loosdorf am Ende des 16. Jahrhunderts

Um 1574 eröffnete Hans Wilhem von Losenstein, der auf dem nahe gelegenen Schloss Schallaburg wohnte, in Loosdorf eine Schule, die Hohe Schule. Es begann als Privatschule, insb. für die Kinder des lutherischen Adels. Die Statuten des Lutherischen Deutschen Gymnasiums von Loosdorf wurden 1574 in Augsburg gedruckt. Es existieren noch zwei Originalexemplare. Ytong druckte 1974 auch Faksimiles davon. Die Schulstatuten sind eine wichtige Quelle für das Studium der Geschichte der Pädagogik in Österreich. Es wird als original angesehen, obwohl einige Teile dem lutherischen Gymnasium von Straßburg, das 1621 zur Universität von Straßburg wurde, sehr ähnlich sind. Einige Stellen sind literarisch gleich.

1578 erwarb Hans Wilhelm von Losenstein in Loosdorf Ackerland und das Recht, landwirtschaftliche Parzellen auszuleihen und Loosdorf zu regieren.

1584 erhielt Loosdorf das Recht, einen Markt zu organisieren.

1588 erhielt Loosdorf das Recht, einen Wochenmarkt zu veranstalten, und erhielt den Status einer Marktgemeinde.

1590 gewährte Kaiser Rudolf II., Der auch der Erzherzog von Österreich war, Loosdorf das Recht auf ein Gemeindewappen. Die linke Seite ist rot und hat in der Mitte einen silbernen Diagonalstreifen. Die rechte Seite ist blau und hat einen stehenden goldfarbenen Panther, der eine Fackel trägt (siehe oben).

1592 wurde die Hohe Schule zur Schule des niederösterreichischen Adels. 1627 musste die Schule schließen. Es war bis zum 19. Jahrhundert eine der letzten lutherischen Schulen in Niederösterreich. Loosdorf hatte folglich bis 1640 keine Schule, aber diese Schule hatte damals nur zwei Klassen.

Bahnhof seit 1858

1858 erhielt Loosdorf einen Bahnhof an der Strecke Salzburg-Wien. Loosdorf zählte damals rund 900 Einwohner.

Das Ledóchowska-Haus in Loosdorf aus dem Jahr 1862

1843 erwarb der österreichisch-polnische Graf Antoni August Halka Ledóchowski, ein Bruder des späteren Erzbischofs und Kardinals Mieczysław Halka Ledóchowski, das Anwesen Sitzenthal bei Loosdorf. Er war mit der Gräfin Seilern verheiratet und sie hatten drei Söhne, Timothy, Anthony und Casimir. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau heiratete er die Gräfin Josephine Salis-Zizers.

1862 baute Anthoni Halka Ledóchowski in Loosdorf ein Herrenhaus, in das er zusammen mit seiner Familie umzog. Im Jahr 1863 wurde Mary Theresa in diesem Haus geboren. Dann folgten Julia (später als Nonne Ursula), dann Wlodimir, Mary, Ernestine, Frances und Ignatius. Zwei weitere starben kurz nach ihrer Geburt.

Durch den Bankcrash von 1873 verlor Antoni Halka Ledóchowski den größten Teil seines Kapitals. 1874 verkaufte er sein Haus in Loosdorf und zog nach St. Pölten. Julia und Mary Theresa besuchten das Institut B.M.V., dann ein Gymnasium für Mädchen, das von Nonnen der von Mary Ward gegründeten Gemeinde geleitet wurde. Im April 1882 erwarb Graf Antoni Halka Ledóchowski ein Gut im niederpolnischen Lipnica, etwa 48 km von Krakau entfernt. Mary Theresa leitete die Renovierung und Erweiterung des Herrenhauses, und 1883 zog die Familie dorthin.

Im Jahr 1883 wurde Julia Halka Ledóchowska eine Ursulinennonne in Krakau und erhielt nach einem Jahr den Namen Ursula. Sie wurde Missionarin in Russland und Skandinavien. Sie gründete die Kongregation der Ursulinen des quälenden Herzens Jesu, auch graue Ursulinen genannt, wegen ihrer grauen Gewohnheiten. Ihr Bruder Wlodimir Halka Ledóchowski war der 26. General der Jesuiten. Mary Theresa gründete die Soladity of Saint Peter Claver, die gegen die Sklaverei in Afrika wirkte. Ignatius wurde General in der polnischen Armee. 1975 wurde Maria Theresia von Papst Paul VI selig gesprochen. 1983 wurde auch Ursula Halka Ledóchowska von Papst Johannes Paul II. Selig gesprochen. 2003 wurde Ursula Halka Ledóchowska von Papst Johannes Paul II. Als römisch-katholische Heilige kanonisiert.

1883 ging das Ledóchowska-Haus in den Besitz der Grafen von Montecuccoli über. Es wechselte mehrmals den Besitzer. Von 1928 bis 1938 gehörte es der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, die im Gebäude eine landwirtschaftliche Winterschule organisierte. Schließlich erwarb die von Mary Theresa Ledóchowska gegründete Soladität des heiligen Peter Claver von Salzburg das Haus.

Fauna

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Loosdorf

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