Maria Schmolln

Politischer Bezirk Braunau am Inn, Oberösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Maria Schmolln
Bevölkerung:
1 362

Über Maria Schmolln

Maria Schmolln ist eine Gemeinde im Bezirk Braunau am Inn des österreichischen Bundeslandes Oberösterreich. Die Gemeinde ist vor allem als wichtiges Wallfahrtsziel im ländlichen Innviertel bekannt. Der Name leitet sich von seiner Lage am Schmollner Berg ab.

Geographie

Maria Schmolln liegt im Süden des Innviertels inmitten der sanften Hügel (max. Höhe: 767 m) des Kobernaußer Waldes, der zusammen mit dem angrenzenden Hausruckwald im Hausruckviertel zu den größten zusammenhängenden Wäldern Mitteleuropas zählt .

Die Gemeinde ist in die drei Katastereinheiten Oberminathal, Schnellenberg und Schweigert Reith gegliedert und hat eine Fläche von 34,47 km2.

Geologisch ist das Gebiet Teil des Molassebeckens, das sich im Oligozän und im Miozän nördlich der Alpen gebildet hat.

Geschichte

Das Herzogtum Bayern besaß das Gebiet bis 1780, als der Friede von Teschen das gesamte Innviertel, damals "Innbaiern" genannt, an Österreich verlieh.

Während der Napoleonischen Kriege kehrte es für kurze Zeit nach Bayern zurück, wurde aber 1814 endgültig in Oberösterreich eingemeindet. Maria Schmolln gab es noch nicht.

Die Gemeinde etablierte sich erst in den Jahren von 1860 bis 1863, indem sie sich um das Heiligtum ansiedelte und mitwuchs, bis Maria Schmolln Ende 1898 eine selbständige Gemeinde wurde.

Nach dem "Anschluss", der Annexion Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938, gehörte das Dorf zur Entität "Obere Donau". Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte sie 1945 in das Oberösterreich eines unabhängigen Österreichs zurück.

Im Jahr 2006 wurde ein Stolperstein auf dem Bürgersteig vor der Tür der letzten Adresse des vom NS-Regime getöteten Franziskanerpaters Ludwig Seraphim Binder abgelegt.

40 weitere Stolpersteine wurden von dem Kölner Künstler Gunter Demnig zum Gedenken an die Opfer des Dritten Reiches im Landkreis Braunau am Inn platziert.

Das Heiligtum

Der Überlieferung nach begann alles im Jahr 1735, als der Bauer Michael Priewasser zum Gedenken an seinen verlorenen Sohn ein Bild der Heiligen Maria an einen Baum hängte. Auf diese Weise hielten Passanten an und wurden bewegt, für ihn zu beten. Bereits 1784 wurde aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Ortes eine Holzkapelle errichtet und 1810 auf Anordnung der Behörden abgerissen. Als das Bild der Heiligen Jungfrau Maria immer wieder von vielen verehrt wurde, wurde 1850 eine neue Holzkapelle gebaut und ein Schutz für die Pilger geschaffen. Es wurden Lichtungen angebracht, damit sich die Menschen um den Schrein herum niederlassen konnten, und so entstand ein Dorf und wuchs weiter.

Auf eigene Initiative errichteten die Bewohner dann das heutige Heiligtum, das zusammen mit einem kleinen Franziskanerkloster und der Grundschule 1863 eröffnet wurde. 1880 wurde die ursprüngliche Holzkapelle abgerissen und eine Kapelle, die heute noch zu sehen ist, wurde an der Nordseite des Heiligtums gebaut.

1867 wurde Maria Schmolln als wichtigster Wallfahrtsort im Innviertel eine eigene Pfarrei.

Der im romanischen Stil erbaute Schrein ist 42 Meter lang und 15 Meter breit.

Die Seitenkapelle, in der das Marienbild verehrt wird, wurde nach den Plänen des Künstlers und Franziskanerabtes John Mary Reiter errichtet. Eine Glasscheibe auf dem Boden markiert den Ort des Baumes, an dem das Bild ursprünglich befestigt war.

1962 wurden die reichhaltigen historistischen Merkmale des Innenraums mit ihren polychromen Verzierungen und Gemälden entfernt und durch ein weißes Finish ersetzt.

Auch 1992 fand eine umfassende Renovierung und Neugestaltung des Innenraums statt. Der neue Haupt- und Seitenaltar wurde vom Tiroler Bildhauer Rudolf Millonig entworfen und gebaut, ebenso der neue „Pilgerbrunnen“, der 2007 in der Nähe der Seitenkapelle errichtet wurde.

Der Kreuzgang

1864 kümmerte sich der Bischof Franz-Josef Rudigier um die Seelsorge der Pilger, und auf seine Einladung zogen die ersten Franziskaner aus Tirol ein.

Als der Wallfahrtsort aufblühte, wurde das ursprüngliche Pfarrhaus 1871 zu einem Kloster ausgebaut, in dem zehn Franziskaner untergebracht waren, die sich nicht nur um die Pilger kümmerten, sondern sich auch um die umliegenden Gemeinden kümmerten.

1941 wurde das Kloster auf Befehl der Nazis geschlossen. Nur zwei Priester blieben übrig und ein Teil des Gebäudes wurde in ein Kinderheim umgewandelt.

1945 erhielt der Kreuzgang seine ursprüngliche Funktion zurück, und heute dient ein kleines Franziskanerkloster der Kapelle.

Gemeinschaft

Im Gemeinderat sind drei Parteien vertreten (2009): ÖVP (11 Sitze), SPÖ (6 Sitze), FPÖ (2 Sitze).

Das Pflegeheim "Maria Rast" besteht seit 1884 und wird von den franziskanischen Nomen Vöcklabrucks betrieben. Im Jahr 2002 wurde das Haus mit einem Neubau auf drei Etagen und 80 Betten erweitert. Das alte Gebäude wurde renoviert und beherbergt jetzt mehrere geschützte Unterkünfte für schutzbedürftige Menschen.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Maria_Schmolln

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