Maria Taferl

Politischer Bezirk Melk, Niederösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Maria Taferl
Bevölkerung:
854

Über Maria Taferl

Maria Taferl ist eine österreichische Marktgemeinde mit 872 Einwohnern im Bezirk Melk und der wichtigste Wallfahrtsort Niederösterreichs. Maria Taferl ist nach Mariazell das wichtigste Wallfahrtsziel in ganz Österreich.

Geographie

Maria Taferl liegt im niederösterreichischen Nibelungengau an einem Ufer der Donau. 47,48 Prozent der Gemeinde sind bewaldet. Wie der Maria-Taferl-Markt, der auf dem sogenannten Taferlberg stattfindet, befinden sich die übrigen Ortsteile in der hügeligen Umgebung. Im Süden ist die Basilika in der ganzen Stadt weithin sichtbar.

Geschichte

Über die frühe Besiedlung von Maria Taferl ist wenig bekannt. Das keltische Königreich Noricum befand sich am nördlichen Ufer der Donau. Während der Römerzeit diente die Donau als Grenze der Provinz Noricum. Noch heute befindet sich auf dem Kirchplatz ein Stein keltischen Ursprungs, auf dem heidnische Opfer gebracht wurden. Dies zeugt von Maria Taferls langer Tradition als Ort religiöser Betätigung.

Maria Taferl und die umliegende Landschaft gehörten zur Zeit der Bamberger im Mittelalter zum Territorium der Ostarrichi. Es wurde dann Teil der Habsburger Beteiligungen. Es war lange Zeit Teil des Landes der Herren von Weißenberg, dessen Sitz in der nahe gelegenen Stadt Münichreith lag. Es wird vermutet, dass die verschiedenen Stadtteile bereits im Mittelalter entstanden sind. Die Geschichte des modernen Marktes von Maria Taferl beginnt im 17. Jahrhundert.

Die erste Kirche wurde um ein Heiligtum der Heiligen Mutter gebaut, aus dem der Name "Maria Taferl" stammt. Die Legenden besagen, dass die Statue der Pietà am Schrein ein Opfer des Försters Alexander Schinagel war, der sich auf wundersame Weise von einer schweren Krankheit erholt hatte. Es ersetzte dort ein Kruzifix, an dem auch ein Wunder geschah, denn als der örtliche Hirte Thomas Pachmann versuchte, die Eiche, auf die es gestellt wurde, zu fällen, verletzte er sich schwer an beiden Beinen. Nach einem Gebet zur Jungfrau Maria hörten seine fast tödlichen Wunden auf zu bluten. Die alte Eiche wurde 1755 durch einen Brand zerstört, wodurch auch die Statue beschädigt wurde.

Das Kirchengebäude wurde von 1660 bis 1710 erbaut. Mit dem Bau wurde unter dem kaiserlichen Architekten Georg Gerstenbrand und dem Italiener Carlo Lurago begonnen. Seine berühmte Kuppel wurde von Jakob Prandtauer von 1708 bis 1710 erbaut. Er gestaltete auch das heutige Erscheinungsbild des Stiftes Melk. Die Kirche Maria Taferl ist im Barockstil mit reichlich Blattgold und einer Freskendecke erbaut. In der Mitte des Hochaltars ist der Namensvetter Marian Statur. Auf der Rückseite des Gebäudes befindet sich die Krypta.

Laut einer Inschrift im Inneren des Gebäudes gab der Bau der Kirche den Bewohnern der Stadt neuen Mut, nachdem die Pest, die Türkenkriege und der Dreißigjährige Krieg ihren Tribut gefordert hatten. Es unterstützte auch die Ideen der Gegenreformation im Kernland des katholischen Hauses Habsburg. All dies spricht für Maria Taferl als wichtige Manifestation des katholischen Glaubens auf dem Hauptreiseweg der Donau.

Es gibt hier viele traditionelle Geschichten von Engelsprozessionen, die aus dem 17. Jahrhundert stammen. Aus dieser Zeit stammt auch die Tradition der Wallfahrt nach Maria Taferl. Allein im Jahr 1760 gab es 700 Pilgerzüge und über 19.000 Messen. Die Kirche ist auch eine Art Informationsschatz über ihre Pilger, ihre Herkunft und ihre Zahl. Darin stecken die Gaben der Pilger, die krankheitsbedingt kamen und geheilt wurden. Ein weiterer Grund für die Bedeutung von Maria Taferl als Wallfahrtsort war das Steinkreuz, ein Geschenk der Freistädter für die auf der Reise verstorbenen Pilger. Es ist auch ein Beweis für die Erschöpfung der Wallfahrt in jenen Tagen. Der ermordete Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seine Familie lebten im nahe gelegenen Schloss Artstetten und haben bekanntermaßen regelmäßig an der Messe in Maria Taferl teilgenommen.

Maria Taferl wurde 1947 Basilica minor.

Bis 2010 soll das Innere der Basilika vollständig restauriert sein. Es wird dann ein doppeltes Jubiläum gefeiert: 350 Jahre seit der Grundsteinlegung im Jahr 1660 und 300 Jahre seit seiner Fertigstellung im Jahr 1710. Die letzte Restaurierung des Innenraums erfolgte vor etwa 50 Jahren; Das Äußere wurde 1982 restauriert, und 1998 wurden die Kuppeln der beiden Türme wieder bedeckt.

In Maria Taferl steht neben der Basilika auch ein Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege. Diese Männer werden jährlich beim Treffen der Veteranengruppen geehrt.

Man glaubt, dass das Wasser aus dem Brunnen von Maria Taferl bei Augenbeschwerden helfen kann.

Weitere Wahrzeichen der Stadt sind das Grundschulmuseum sowie die mechanische Krippe, die die Entstehungsgeschichte von Maria Taferl erzählt.

Basilika von Maria Taferl

Der Hochaltar, Basilika Maria Taferl

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Maria_Taferl

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