Matrei in Osttirol

Politischer Bezirk Lienz, Tirol, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Matrei in Osttirol
Bevölkerung:
4 982

Über Matrei in Osttirol

Matrei in Osttirol ist eine Marktgemeinde im Bezirk Lienz im österreichischen Bundesland Tirol (Osttirol). Es liegt ca. 29 km nördlich von Lienz in den Hohen Tauern der Zentralostalpen. Das Gemeindegebiet besteht aus Teilen der Granatspitzgruppe und der Venedigergruppe, deren höchster Punkt der Großvenediger (3.657 m) ist. Die Bevölkerung ist stark vom Tourismus, der saisonalen Land- und Forstwirtschaft abhängig.

Ort

Geschichte

Die Siedlung Matereie wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1170 erwähnt, deren Name von der indoeuropäischen Mater ("Mutter") abgeleitet ist. Es erschien 1335 als Windisch Matrei, die Bezeichnung Wendisch bezog sich jedoch nicht auf die lange assimilierte alpslawische Bevölkerung, sondern unterschied es vom nordtiroler Matrei am Brenner. Es blieb der offizielle Name der Gemeinde bis 1921.

Mitte des 8. Jahrhunderts wurde das slawische Fürstentum Karantanien vom deutschen Stammherzogtum Bayern eingegliedert, das 788 selbst zum fränkischen Karolingerreich gehörte. Das Osttiroler Gebiet bis zur Drau wurde von Missionaren aus der Erzdiözese christianisiert von Salzburg im Norden, dessen Einflussbereich 811 von Kaiser Karl dem Großen bestätigt wurde. Nach der karolingischen Zersplitterung im 9. Jahrhundert gehörte es zum Lurngau, einer Grafschaft des wiederhergestellten bayerischen Herzogtums in Ostfranken.

Im Jahr 976 wurde das Land Teil des Herzogtums Kärnten, obwohl die Erzbischöfe von Salzburg ab 1207 die Herrschaft Matrei innehatten, was es zu einer Salzburger Exklave südlich der alpinen Kluft und zu einem Dorn im Auge der Tiroler Grafen machte erweiterte ihre Ländereien in die umliegenden Gebiete. 1252 besetzte Graf Meinhard I. von Görz-Tirol das Gebiet, musste aber schließlich zugunsten von Salzburg auf seine Ansprüche auf das Gut Matrei verzichten. Die bischöfliche Verwaltung übernahm ein auf der Burg Weißenstein residierender Burggraf.

Obwohl Matrei Marktrechte erhielt, blieb es von den benachbarten Tiroler Gebieten isoliert und war vom angrenzenden Salzburger Pinzgau über die Pässe der Hohen Tauern nicht leicht zu erreichen. Der Handel war schlecht entwickelt und die Situation der Landbevölkerung war miserabel, was zu mehreren Aufständen gegen die bischöfliche Herrschaft aus dem Deutschen Bauernkrieg von 1525 bis ins 18. Jahrhundert führte. Während der Napoleonischen Kriege floh der letzte Salzburger Fürstbischof Graf Hieronymus von Colloredo 1800 nach Wien, das Erzbistum wurde 1803 säkularisiert und fiel mit dem Pressburger Frieden 1805 an das österreichische Reich.

1814 verfügte Kaiser Franz I. von Österreich den Zusammenschluss von Matrei in seinem Tiroler Kronland und beendete damit 600 Jahre Isolation. Trotzdem blieb es ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein ländliches Gebiet mit einer Nebenquelle des Bergsteigertourismus, die durch die Erstbesteigung des Großvenediger-Gipfels im Jahr 1865 gekennzeichnet war. Die Erreichbarkeit wurde durch den Bau des Felbertauern-Straßentunnels im Jahr 1967 erheblich verbessert.

Population

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Matrei_in_Osttirol

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