Neustift im Stubaital

Politischer Bezirk Innsbruck Land, Tirol, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Neustift im Stubaital
Bevölkerung:
4 445

Über Neustift im Stubaital

Neustift im Stubaital ist eine Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land im österreichischen Bundesland Tirol. Es ist die drittgrößte Gemeinde Tirols. Es ist ein wichtiges Touristenzentrum mit mehr als 1 Million Übernachtungen pro Jahr.

Geographie

Neustift liegt 25 Kilometer südlich von Innsbruck im Stubaital oder Stubaital. Dieses weite Tal zählt zu den landschaftlich schönsten Tirols. Am Eingang des Tals stehen massive Kalksteinformationen. Rund um das obere Tal ragen Gneis- und Granitgipfel über 3.000 Meter in Gebiete mit permanentem Eis. Fünf 15 Quadratkilometer große Gletscher bilden ein großes Gletscherskigebiet, den Stubaier Gletscher. Inklusive der Einrichtungen hier und in drei weiteren Skigebieten verfügt das Tal über 42 Seilbahnen und Skilifte.

Neustift ist durch eine Buslinie der Innsbrucker Verkehrsbetriebe mit Innsbruck verbunden.

Neustift im Stubaital besteht aus folgenden Abschnitten und Dörfern: Kampl, Neder, Dorf, Scheibe, Milder, Oberberg, Stapler, Lehner, Schaller, Krössbach, Neugasteig, Gasteig, Volderau, Ranalt und Mutterberg.

Die an Neustift angrenzenden Gemeinden sind Brenner, Fulpmes, Grinzens, Gschnitz, Längenfeld, Mühlbachl, Ratschings, St. Sigmund im Sellrain, Sellrain, Sölden, Telfes im Stubai und Trins.

Geschichte

Ursprung

Um 1000 wurde das Stubaital erstmals schriftlich als Stupeia erwähnt. Um 1400 bestand der Landkreis Stubai aus fünf kleinen Gemeinden: Telfes, Schönberg, Mieders, Fulpmes und "im Tal".

Obwohl der Name Neustift in Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert als "Niwenstift im tal ze Stubai" vorkommt, vergingen Jahrhunderte, bevor der heutige Name Neustift im Tal als Name der Gemeinde überwog. Die Einwohner von Neustift sind heute noch als Tholer ("Talbewohner") bekannt.

Ortsnamen in der Region weisen auf eine vorrömische Besiedlung hin. Als Caesar Augustus und seine Legionen 15 v. Chr. Nach Norden drangen, wurden die hier lebenden Bergbewohner und ihre Region als römische Provinz Rätien unterworfen. In der Folge haben die Römer durch ihre Verwaltung und später durch die Christianisierung Einfluss auf die Region genommen. Prähistorische Funde aus der frühen Bronzezeit (ca. 1800–1000 v. Chr.) Belegen, dass das Tal in der Antike besiedelt war. Die vielen rätoromanischen Ortsnamen deuten darauf hin, dass die deutsche Sprache in der Region erst im Mittelalter einige Zeit vorherrschte. Diese Ortsnamen umfassen Folgendes:

Falbeson: Busanatal: Taschental

Ranalt: Rovina Alta: hoher Erdrutsch

Pfurtschell: Furcella: Kerbe oder Lücke

Tschangelair: cingularia: Gehege

Kartnall: curtinale: kleiner Innenhof

Kampl: Campus: Feld

Während des Zweiten Weltkriegs unterhielt das Schutzstaffel (SS) in Neustift ein Bergsteigerschulungszentrum, in dem Häftlinge aus dem KZ Dachau eingesetzt wurden.

Wappen

Das Wahrzeichen der Stadt besteht aus einem roten Schild mit einem zentralen horizontalen weißen Band wie der österreichischen Flagge und einer Armbrust mit zwei zentralen schwarzen Pfeilen, die sich kreuzen. Die Armbrust erinnert an die Jagdreisen Kaiser Maximilians ins Oberbergtal.

Population

Sehenswürdigkeiten

St. George Church

Kaiser Maximilian I. jagte im oberen Stubaital Hirsche, Gämsen und Eber. 1505 gründete er in Neustift eine Kapelle, obwohl das Dorf erst 1868 einen eigenen Pfarrer erhielt. 1516 weihte der Bischof von Brixen die erste Kirche in Neustift dem Heiligen Georg. 1772 fiel diese Kirche einem Brand zum Opfer. 1768 wurde bereits mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, da die ursprüngliche Kirche bereits zu klein war. Pfarrer Franz de Paula Penz war der Erbauer der beeindruckenden Neustifter Pfarrkirche. Er war einer der berühmtesten Architekten des Spätbarocks in Tirol.

1812 wurde Neustift eine selbständige Gemeinde. Äußerlich wirkt die St.-Georgs-Kirche im Dorfzentrum sehr schlicht. Das Innere ist jedoch recht reichhaltig und mit Fresken bekannter Meister verziert. Die Pfarrkirche ist Tirols zweitgrößte Dorfkirche. Der "Gletscherpfarrer" und Mitbegründer des Alpenvereins, Franz Senn, ist auf dem attraktiven Kirchenfriedhof beigesetzt.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Neustift_im_Stubaital

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