Oberwart

Politischer Bezirk Oberwart, Burgenland, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Oberwart
Bevölkerung:
6 869

Über Oberwart

Oberwart (Oberwart (Hilfe · Info) Ungarisch: Felsőőr; Kroatisch: Gornja Borta) ist eine Stadt im Burgenland im Südosten Österreichs am Ufer der Pinka und die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Oberwart ist die Kulturhauptstadt der kleinen ethnischen ungarischen Minderheit im Burgenland, die in der Mikroregion Upper Őrség oder Wart lebt.

Geschichte

Die Siedlung wurde im 11. Jahrhundert von den Wachen der ungarischen Grenze (őrs) zusammen mit Unterwart (Alsóőr) und Siget in der Wart (Őrisziget) gegründet. Es wurde erstmals 1327 unter dem Namen Superior Eör urkundlich erwähnt. Es war bis 1921 Teil der alten Grafschaft Vas. Alte Nachnamen und der spezielle lokale Dialekt zeigen, dass die Bevölkerung mit den Székelys von Siebenbürgen (d. H. Den Wachen an der Ostgrenze des Königreichs Ungarn) verwandt war.

Die Gemeinde őrs erhielt im 14. Jahrhundert von König Karl I. von Ungarn die Vorrechte der Adligen. Die Privilegien wurden 1582 von Rudolf I. anerkannt. Das Dorf wurde 1532 von der osmanischen Armee teilweise zerstört.

Die Reformation trat im 16. Jahrhundert in Felsőőr auf und wurde von den mächtigen Grafen von Battyhány unterstützt. Pastor Ferenc Eőri nahm an der Synode von 1618 teil. Im Zeitalter der Gegenreformation musste der größte Teil der Region zum römisch-katholischen Glauben zurückkehren, aber das freie Adelsdorf Felsőőr blieb kalvinistisch. 1673 besetzte die Armee die Kirche und die Schule, um sie den Katholiken zurückzugeben. Das Pfarrhaus wurde zerstört und der Pfarrer vertrieben. Die Dorfbewohner errichteten 1681 eine neue Kirche aus Holz. Gemäß den Gesetzen des Landtags von 1681 wurde Felsőőr zu einem "Artikulationsort", was bedeutet, dass es der einzige legale Ort war, an dem protestantische Religion für die gesamte Region ausgeübt wurde.

Die Dorfbewohner nahmen 1605 am ungarischen Nationalaufstand von István Bocskay und 1705 am Aufstand von Graf Franz II. Rákóczi teil. 1706 plünderte die österreichische Armee von General Sigbert Heister Felsőőr. Im Jahr 1841 erhielt das Dorf das Recht, einen Markt abzuhalten. In der Zeit der ungarischen Revolution von 1848 besiegten die Dorfbewohner (mit Hilfe einer Husaren-Truppe) eine kleinere kroatische Armee. Später mussten sie eine Menge Tribut zahlen, um eine kollektive Bestrafung zu vermeiden.

Der Geograf Elek Fényes beschrieb das Dorf 1851 als wichtige und historisch bedeutende Siedlung:

Zu dieser Zeit lebten in Felső-Őr 41 Adelsfamilien. Einige typische Familiennamen waren: Ádám, Adorján, Albert, Andorkó, Balás, Bertha, Bertók, Fábián, Fülöp, Gál, Imre, Kázmér, Miklós, Orbán, Pál, Pongrácz usw.

Nach dem österreichisch-ungarischen Kompromiss von 1867 begann sich das Dorf schnell zu entwickeln und die Bevölkerung erreichte 1910 3900 Menschen. Nach dem Vertrag von Trianon 1920 wurde Felsőőr von Österreich annektiert, aber die ungarische Bevölkerung wandte sich gegen die Entscheidung und organisierte eine Bewegung zur Gründung der autonomen Provinz Lajtabánság. Im November 1921 besetzte die österreichische Armee das Dorf.

Nach der Annexion Österreichs durch das nationalsozialistische Deutschland im Jahr 1938 wurden die jüdischen Dorfbewohner (ca. 140 Personen) deportiert und die Synagoge in ein Feuerwehrdepot umgewandelt. Entsprechend der nationalsozialistischen Germanisierungspolitik wurde die alte ungarische Schule der reformierten Kirche säkularisiert. 1939 wurde Oberwart als Stadt eingemeindet. Im April 1945 besetzte die Rote Armee Oberwart nach einer Woche heftiger Kämpfe und plünderte die halb zerstörte Stadt. In den 1950er und 1960er Jahren wurde Oberwart umgebaut und grundlegend modernisiert.

Am 5. Februar 1995 tötete der rassistische Terrorist Franz Fuchs in der Nähe einer Roma-Siedlung in Oberwart vier junge Roma-Männer mit einer Sprengfalle, die mit einem Schild mit der Aufschrift "Roma zurück nach Indien" verbunden war.

Sehenswürdigkeiten

Reformierte Kirche - Die heutige imposante Barockkirche wurde 1771-73 von Christoph Preising erbaut. Der Turm wurde 1808-09 von Matthias Preising erbaut. Die Möbel, die Kanzel und die kirchliche Ausstattung sind wertvolle Kunstwerke aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Altes Pfarrhaus - Das Alte Pfarrhaus wurde 1784 neben der reformierten Kirche im ländlichen Barockstil mit einer schönen Arkaden-Veranda erbaut. Es wurde 1823 erweitert. Heute ist es ein Gemeindezentrum und Museum. Die alten Dokumente der calvinistischen Gemeinde (zum Beispiel die Kirchenbücher seit 1732) sind sehr wichtige historische Quellen.

Ehemalige Schule der reformierten Kirche - Die berühmte Schule der Kirche wurde im 17. Jahrhundert gegründet. Das alte Schulgebäude hinter der Kirche wurde 1802 erbaut.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Oberwart

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