Perchtoldsdorf

Politischer Bezirk Mödling, Niederösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Perchtoldsdorf
Bevölkerung:
14 460

Über Perchtoldsdorf

Perchtoldsdorf (umgangssprachlich Petersdorf) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Mödling im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Es ist vor allem als Ort der Weinherstellung bekannt.

Geographie

Es liegt unmittelbar an der Wiener Stadtgrenze, südlich des Bezirks Liesing und etwa 16 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums. Der westliche Teil des Gemeindegebiets grenzt an den Wienerwald.

Perchtoldsdorf ist mit 14.614 Einwohnern (Stand 2012) nach dem Verwaltungssitz Mödling die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises. Es wird vom Wiener S-Bahn-Netz bedient und ist auch mit den Bus- und Straßenbahnlinien der Wiener Linien erreichbar.

Geschichte

Das Gebiet bildete während des Miozäns eine Küstenregion des Paratethys-Meeres, was durch zahlreiche Versteinerungen von Meerestieren belegt wurde. Neolithische Umzäunungen lassen vermuten, dass die Ebene ab etwa 6000 v. Chr. Kontinuierlich besiedelt war.

Das Schloss Perchtoldsdorf wurde wahrscheinlich vor 1000 n. Chr. Als Teil einer Befestigungskette am östlichen Rand des Wienerwalds angelegt. Ein Lord Heinricus de Pertoldesdorf wurde in einer Urkunde von 1138 während der Babenberg-Herrschaft erwähnt, während die Region zum März von Österreich gehörte. Die Babenberger Markgrafen mussten im Auftrag der ottonischen und salischen Kaiser die neu eroberten Gebiete vor den kürzlich vertriebenen Magyaren verteidigen. Ihre Perchtoldsdorfer Vasallen herrschten von der Burg aus weiter, auch als die Babenberger 1246 ausstarben.

Nach dem Tod von Otto von Perchtoldsdorf im Jahr 1286 ging die Kontrolle seit der Schlacht von 1278 auf dem Marchfeld an das Haus Habsburg über, unbestrittene Herrscher über das Herzogtum Österreich. Während des späten Mittelalters erhielt die Siedlung Marktrechte und das Schloss Perchtoldsdorf wurde als wittaler Wohnsitz für die verwitweten Herzoginkonsorten der Habsburger-Dynastie genutzt, darunter Beatrice von Hohenzollern, die Witwe von Herzog Albert III. Von Österreich. Herzogin Beatrice errichtete 1407 ein Krankenhaus, das inzwischen abgerissen wurde, und eine angeschlossene Kirche, die noch erhalten ist.

Der Konflikt zwischen dem habsburgischen Kaiser Friedrich III. Und seinem jüngeren Bruder Erzherzog Albert VI. Von Österreich begann eine instabile Zeit in der Region. Im Jahr 1446 wurden viele Häuser in der Stadt während der Invasion des ungarischen Regenten John Hunyadi niedergebrannt. Während dieser Zeit war die Burg von verschiedenen rivalisierenden Kräften besetzt, darunter Söldner von König Matthias Corvinus von 1477 bis etwa 1490, als Friedrichs Sohn König Maximilian I. die habsburgische Herrschaft über das Gebiet wieder herstellte. Diese turbulente Zeit unterbrach den Bau des Wehrturms, des Wahrzeichens der Stadt mit einer Höhe von 60 Metern, der 1450 begann und um 1521 fertiggestellt wurde. Der Turm und andere Befestigungen ermöglichten eine erfolgreiche Verteidigung der Stadt gegen die osmanischen Truppen während der Belagerung von Wien 1529, während die Umgebung verwüstet wurde.

Ein osmanisch-türkischer Angriff bei einer zweiten Belagerung im Juli 1683 zerstörte die Stadt und endete mit einem Massaker. Die Türken gaben ihre Kapitulation auf, nachdem die Stadt kapituliert und die Schlüssel übergeben worden waren. Als der Wiener Verteidigungskommandeur, Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg, von der Zerstörung von Perchtoldsdorf nach der Kapitulation erfuhr, entschied er, dass er einem ähnlichen Angebot des osmanischen Kommandanten Kara Mustafa Pasha zur Kapitulation Wiens nicht trauen könne.

Perchtoldsdorf erhielt 1842 den Anschluss an die Österreichische Südbahn nach Wiener Neustadt, woraufhin die Stadt zum Touristenziel für Ferien und Besuche in der nahe gelegenen Region des Wienerwaldes wurde. Es setzte auch eine lange Geschichte des Weinbaus und des Weinanbaus als primäres landwirtschaftliches Produkt fort.

Population

Medien

Der frühe Vollfarbspielfilm The Miracle wurde im Oktober 1912 teilweise vor Ort in und um die Pfarrkirche gedreht.

Politik

Sitze im Gemeinderat ab 2010 Wahlen:

Österreichische Volkspartei (ÖVP): 24

Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ): 6

Die Grünen: 4

Österreichische Freiheitspartei (FPÖ): 2

Perchtoldsdorfer Bürgerliste (PBL): 1

Partnerstädte - Partnerstädte

Perchtoldsdorf ist Partner von:

Donauwörth, Deutschland (seit 1973)

Bemerkenswerte Leute

Geboren in Perchtoldsdorf

Friedrich Eckstein (1861–1939), Polymath und Theosoph

Alfred Merz (1880–1925), Geograf und Ozeanograf

Oswald Tschirtner (1920–2007), Künstler

Bemerkenswerte Bewohner

Hans Fronius (1903–1988), Maler und Illustrator, lebte ab 1916 in Perchtoldsdorf

Josef Hyrtl (1810–1894), Anatom, lebte ab 1869 in Perchtoldsdorf

Siegfried Ludwig (1926–2013), Politiker und niederösterreichischer Gouverneur, Bürgermeister von Perchtoldsdorf

Johann Siegmund Popowitsch (1705–1774), Philologe und Naturwissenschaftler

Franz Viehböck (* 1960), Elektroingenieur und erster österreichischer Astronaut, lebte jahrzehntelang in Perchtoldsdorf

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Perchtoldsdorf

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