Poggersdorf

Politischer Bezirk Klagenfurt Land, Kärnten, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Poggersdorf
Bevölkerung:
2 973

Über Poggersdorf

Poggersdorf (slowenisch: Pokrče in Dialekt Poča ves) ist eine Gemeinde, seit 2013 eine sogenannte Marktgemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land im österreichischen Bundesland Kärnten.

Geographie

Geografische Situation

Poggersdorf (auf Slowenisch Pokrče) liegt im mittleren Osten der Klagenfurter Ebene (deutsch: Klagenfurter Feld, auf Slowenisch: Celovško polje), etwa 10 km östlich der Landeshauptstadt Klagenfurt (auf Slowenisch Celovec). Im Norden und Westen bildet die Gurk (Krka) die Gemeindegrenze und im Süden zwischen Gurker Brücke / Muta und Kreuth / Rute die Straße nach Pack. 1920 stellte der Fluss Gurk / Krka anlässlich des Referendums über die Zugehörigkeit Südkärntens zu Österreich oder zum neu gegründeten Staat Jugoslawien die Grenze der Wahlgebiete A und B dar (Gedenktafeln werden gesetzt) auf zwei Brücken), da die Zone A aus Poggersdorf (Pokrče) weitgehend als slowenisch angesehen wurde.

Nachbargemeinden

Struktur der Gemeinde

Die Gemeinde besteht aus vier Katastereinheiten: Leibsdorf (Ličja vas), Linsenberg (Lečja gora), Pubersdorf (Pobreže) und St. Michael ob der Gurk (Slovenji Šmihel). Die Gemeinde umfasst auch 24 Ortschaften und Dörfer (mit ihrem jeweiligen slowenischen Namen, der in der Region autochthon ist) mit der Einwohnerzahl am 31. Oktober 2011 in Klammern :

Geschichte

Der östliche Teil der Klagenfurter Ebene (Klagenfurter Feld / Celovško polje) gehörte in der Geschichte zu verschiedenen Machtzentren. Bis in das Mittelalter hinein hatte die antike karantanische Slawengruppe bzw. die Slowenen, die als "Edlinger" (auf Slowenisch "kosezi") bezeichnet wurden, besondere soziale Privilegien. Es lag zwischen Feudalität und Bauern und hatte eine eigene autonome Justiz. In dieser Tradition entwickelten sich zum Beispiel die niederaristokratischen Gebiete Eibelhof (Ovčjak) oder Wutschein (Bučinja vas), die den jeweiligen Katastereinheiten ihre Namen gaben.

Das Gebiet der Gemeinde Poggersdorf / Pokrče gehörte zum Obergericht von Maria Saal (Gospa Sveta). Im Zuge der Schaffung der modernen politischen Gemeinden im Jahr 1850 entstand die Gemeinde „Windisch St. Michael“ (Slovenji Šmihel). Aus ethnopolitischen Gründen - die Gemeinde und die gesamte Region galten als slowenisch - wurde die Gemeinde 1896 umbenannt und ihr Verwaltungszentrum in das Dorf Poggersdorf / Pokrče verlegt, das sich auch näher an der Hauptregionalstraße befand. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1973 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Hörtendorf (Trdnja vas) angeschlossen.

Bei der letzten Volkszählung der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1910 gaben etwa 59% der Bevölkerung der Gemeinde Pokrče (Poggersdorf) an, dass Slowenisch ihre Alltagssprache ist, was zu dem Schluss führt, dass sogar ein höherer Teil davon gesprochen hat oder als seine Muttersprache Slowenisch.

Während der Jahrhunderte war die Gemeinde von Landwirtschaft geprägt und erst in den letzten Jahrzehnten gewann das Phänomen der Pendler in die regionale Hauptstadt immer mehr an Bedeutung. Im Jahr 2013 erhielt die Gemeinde den besonderen Status einer „Marktgemeinde“.

Population

Nach der Volkszählung von 2001 hat Poggersdorf 2.850 Einwohner, 97,8% haben die österreichische Staatsangehörigkeit und 87,5% sind Katholiken, 2,9% Protestanten, 0,7% Muslime und 6,2% ohne religiöses Bekenntnis. Die Zeugen Jehovas haben ein Gottesdienstzentrum in Leibsdorf (Ličja vas).

Die Pfarrkirche von Poggersdorf (Pokrče) sowie die Filialkirchen von Wutschein (Bučinja vas), Wabelsdorf (Vabnja vas) und Eiersdorf (Virnja vas) sind formal zweisprachig (deutsch / slowenisch).

Slowenischer Dialekt und Kulturgeschichte

Die Gemeinde Poggersdorf / Pokrče ist noch zweisprachig mit deutscher Dominanz. Historisch gehörte es jedoch zum Sprachgebiet der autochthonen slowenischen Sprache oder zum Dialekt der Klagenfurter Ebene (poljanski govor oder poljanščina Celovškega Polja genannt), der ein zentraler Dialekt bzw. Übergang des sogenannten slowenischen Dialekts des Tals von ist Rosental (Rož) (letzteres wird im deutschen Rosentaler Dialekt rožanščina genannt) und der Dialekt des Tals Jauntal (Podjuna) (bzw. das sogenannte Podjunščina im deutschen Jauntaler Dialekt). Der Dialekt wurde ursprünglich von Johann Scheinigg im Jahr 1882 identifiziert und beschrieben. Dies wurde durch Vor-Ort-Untersuchungen von Katja Sturm-Schnabl im Jahr 1973 bestätigt.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Poggersdorf

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