Retz

Politischer Bezirk Hollabrunn, Niederösterreich, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Retz
Bevölkerung:
4 143

Über Retz

Retz ist eine Stadt mit 4.168 Einwohnern im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn.

Geographie

Retz liegt im nordwestlichen Weinviertel in Niederösterreich. Die Gemeindefläche beträgt 45,01 km². 11,83 Prozent dieser Fläche sind bewaldet. Katastergemeinden sind Hofern, Kleinhöflein, Kleinriedenthal, Obernalb, Retz und Unternalb.

Geschichte

Mittelalter

Im Gebiet um die heutige Wut von Retz entstand ein Dorf, das 1180 erstmals als „Rezze“ (slawisch: kleiner Bach) erwähnt wurde.

Rudolf von Habsburg verlieh Graf Berthold von Rabenswalde (1278–1312) das Land und die Herrschaft über Hardegg als Lehen. Der Graf blieb nicht lange in Hardegg und zog nach Retz, wo er das Dominikanerkloster gründete. Das Kloster wurde 1295 fertiggestellt. Schließlich gründete er um 1300 die Stadt Retz.

Um 1343 wurde der Prediger Franz von Retz geboren. Er reformierte den Dominikanerorden, lehrte an der Universität Wien, war fünfmal deren Dekan und vertrat auch die Universität im Rat von Pisa. Er starb am 8. September 1427 in Wien.

1425 eroberten die Hussiten Retz (25. November) und wenige Tage später Schrattenthal und Pulkau. Die Stadt wurde zerstört und viele Menschen wurden getötet. Eine Chronik aus Klosterneuburg berichtet von 6000 Gefangenen, darunter Graf Heinrich von Maidburg (Hardegg), die nach Prag geführt wurden. Fast 8000 Männer sollen getötet und über 30 katholische Kirchen zerstört worden sein. 1431 kamen die Hussiten zum zweiten Mal, um Retz zu überfallen.

1467 wurde die zwischen dem Verderberhaus und dem Znaimer Tor gelegene Bürgerspitalkapelle eingeweiht. Es wurde 1783 säkularisiert. Heute dient es als Museum für die Südmährische Galerie.

Nach dem Wiederaufbau der Stadt wurde Retz am 10. Oktober 1486 nach einer sechstägigen Belagerung von Matthias Corvinus erobert. Bis 1492 gehörte Retz zu seiner Herrschaft. Während dieser Zeit erhielt die Stadt die Privilegien für den Handel mit Wein, die für ihren zukünftigen Reichtum verantwortlich waren. Auch als Folge dieser Privilegien wurde das riesige und mehrstöckige Weinkellersystem errichtet. Heute wird es für Führungen genutzt und dient im Advent als Veranstaltungsort für einen Weihnachtsmarkt.

16. und 17. Jahrhundert

Von 1568 bis 1569 wurde die ehemalige Kirche am Hauptplatz durch eine Zwischendecke zum Rathaus der Stadt umgebaut. Im ersten Stock wurde die Marienkapelle errichtet. Der Schreiner Jakob Barth aus Retz arbeitete über 30 Jahre an den Schnitzereien.

1576 wurde das Sgraffitohaus gebaut. 1928 wurden die übermalten Gemälde entdeckt und wieder freigelegt.

Das auffällige Verderberhaus stammt aus dem Jahr 1583. Es hat seinen Namen von einer Familie namens Verderber, die zu dieser Zeit eine sehr wohlhabende Familie in Retz war. Die Familie erwarb das Gebäude 1848.

Der Dreißigjährige Krieg brachte Zerstörung in die Stadt, ebenso wie die Schweden unter Lennart Torstensson, der sein Hauptquartier in Schrattenthal eröffnete.

Zwischen 1660 und 1670 wurde das Schloss der Familie Suttner-Gatterburg erbaut. Heute beherbergt es das Fahrradmuseum von Retz. Während der Dreharbeiten für die Fernsehserie Julia - eine außergewöhnliche Frau zwischen 1998 und 2002 befand sich dort die fiktive Polizeistation.

1680 kam die Beulenpest in die Stadt. Die Pestsäule am Hauptplatz erinnert noch heute an dieses dramatische Ereignis.

Nach 1696 durfte man Gebäude errichten, die über der Stadtmauer lagen. Dies war der Grund für den Dominikanerorden, das Kloster um eine dritte Etage zu vergrößern.

18. und 19. Jahrhundert

In den Jahren 1701 bis 1713 wurde der Turm im Barockstil umgestaltet. Zwischen 1721 und 1728 wurde die gesamte Kirche vergrößert, umgebaut und im Barockstil umgebaut. Das von Leopold Kupelwieser gemalte Altarbild des Heiligen Stephan stammt aus dem Jahr 1852.

Die erste Windmühle in Retz wurde 1772 vollständig aus Holz gebaut. Später wurde in der Nähe eine zweite Windmühle aus Stein errichtet. Die zweite Windmühle wird nicht mehr als Windmühle genutzt und dient nun als Wohnhaus.

Im Jahre 1831 wurde die hölzerne Windmühle entfernt und an derselben Stelle eine neue Windmühle gebaut. Dies ist bis heute eines der Wahrzeichen der Stadt, denn es ist die einzige voll funktionsfähige Windmühle in Österreich. An diesem Projekt war auch ein Maurer aus Lesná u Znojma (Südmähren) beteiligt. Mit seinem Wissen baute er in seiner Heimatstadt eine Windmühle, die später vom Sohn des Müllers von Retz geerbt wurde. 1927 wurde die Windmühle stillgelegt.

Unweit der Windmühle liegt der Kalvarienberg. Es wurde in den Jahren 1727 bis 1737 von Jakob Seer errichtet.

Am 1. November 1871 wurde Retz durch die Österreichische Nordwestbahn an das internationale Schienennetz angeschlossen.

1896 wurde ein jüdisches Gebetshaus gebaut, das es nicht mehr gibt. Die örtliche Post stammt aus dem Jahr 1897.

Politik

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Retz

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