Seeboden

Politischer Bezirk Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Seeboden
Bevölkerung:
6 073

Über Seeboden

Seeboden am Millstätter See (slowenisch: Jezernica) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten, Österreich.

Geographie

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Westufer des Millstätter Sees bis zur Stadtgrenze der Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau. Im Norden reicht es bis zum Berg. Tschiernock auf 2.088 m, Teil des Millstätter Alpenkamms im Nockgebirge.

Abteilungen

Das Gemeindegebiet besteht aus den vier Katastergemeinden Lieseregg, Lieserhofen, Seeboden und Treffling. Es besteht aus 22 Dörfern und Weilern (Einwohnerzahl 2001 in Klammern):

Seeboden selbst ist ein zerstreutes Siedlungsgebiet, das aus den ehemaligen Dörfern Gritschach, Kraut, Reich und Wirlsdorf zusammengewachsen ist.

Geschichte

Mehrere prähistorische Grabungsfunde weisen auf eine kontinuierliche Besiedlung der Westbucht des Millstätter Sees spätestens seit der Jungsteinzeit hin. In der Hallstatt-Kultur ließen sich keltische Stämme entlang des nahe gelegenen Drau-Tals nieder, ihr Königreich Noricum wurde 15 v. Chr. Unter Kaiser Augustus eine römische Provinz. Das Gebiet lag in der Nähe einer Römerstraße (Via Iulia Augusta) von Aquileia zur Landeshauptstadt Teurnia, wo eine nördliche Abzweigung über den Radstädter Tauernpass nach Iuvavum (heutiges Salzburg) führte. Ab dem 6. Jahrhundert zogen slawische Stämme in die Region, was zahlreiche Ortsnamen belegen. Ihr Fürstentum Karantanien wurde Mitte des 8. Jahrhunderts zum bayerischen Grenzmarsch und gehörte unter Karl dem Großen zum fränkischen Reich.

Die Ortsherren auf Schloss Sommeregg im Herzogtum Kärnten wurden erstmals 1187 urkundlich erwähnt, sie dienten als Ministerialherren der Grafen von Ortenburg. Im Jahre 1275 war die Burg der Ort der Hochzeit der Gräfin Euphemia von Ortenburg mit dem Grafen Albert I. von Görz. Mit dem Aussterben der Familie Ortenburger im Jahr 1418 ging ihr Kärntner Besitz an die Grafen von Celje über, die die Herrschaft den dortigen Adligen überließen, darunter auch Andreas von Graben. Das Haus Graben von Stein behielt die Güter, als die Celje-Gebiete seit 1335 vom Haus Habsburg, Kärntner Herzöge, ererbt wurden. Virgil von Graben musste sich 1487 der Verwüstung der Burg Sommeregg durch die ungarischen Streitkräfte von König Matthias Corvinus stellen. Die wiederaufgebaute Festung wurde von seiner Nichte Rosina von Graben von Rain geerbt und 1550 von der Adelsfamilie Khevenhüller gekauft. 1629 musste der protestantische Khevenhüller auf Veranlassung von Kaiser Ferdinand II Kärnten verlassen, und 1651 erwarb das Adelshaus von Lodron in Gmünd seine Ländereien.

Bis zur Verfassung der heutigen Zivilgemeinden im Jahr 1850 gehörten die Orte in Seeboden zum Land der Familie Lodron. Die Gemeinden Seeboden und Treffling wurden 1870 vereinigt, während Lieserhofen, ursprünglich Teil von Spittal, von 1886 bis 1973 als eigenständiges Gebiet blieb. Ursprünglich waren die meisten Güter ländlich mit wenig Industrie oder Gewerbe. In den letzten Jahrzehnten hat sich das ehemals sumpfige Gebiet am Seeufer zu einer Kurstadt entwickelt und heute ist der Tourismus das wichtigste Gewerbe in Seeboden, das im Jahr 2000 zum Markt erhoben wurde.

Von 1998 bis 2010 fand in Seeboden das World Bodypainting Festival statt. Von 2011 bis 2016 fand es in Pörtschach am Wörthersee statt. Der aktuelle Veranstaltungsort ist Klagenfurt, die Landeshauptstadt Kärntens.

Population

Laut der Volkszählung von 2001 hat Seeboden 6.045 Einwohner, von denen 91,4% österreichische Staatsbürger, 1,9% aus Deutschland und 1,8% aus Bosnien und Herzegowina sind. 64,8% der Bevölkerung sind Katholiken, 25,9% sind Protestanten und 2,2% sind Muslime. 5,6% der Bevölkerung sind keiner Religion angeschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gebäude

Burg Sommeregg - Burgruine mit Foltermuseum

Evangelische Toleranzkirche in Unterhaus, erbaut 1828

Museen

Fischereimuseum (1. Kärntner Fischereimuseum)

Bonsai-Museum

Regelmäßige Veranstaltungen

Ritterspiele auf der Burg Sommeregg

Frühlingskonzert in der Seebodener Kapelle (am Samstag vor dem Muttertag)

Peter und Paul Festival in Wilsdorf am 29. Juni

Politik

Gemeindeversammlung

Sitze in der Gemeindeversammlung (Gemeinderat) ab den Kommunalwahlen 2009:

11 Österreichische Volkspartei (ÖVP)

11 Freiheitspartei in Kärnten (FPK)

4 Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)

1 Freiheitspartei Österreichs (FPÖ)

Wappen

Das Wappen verbindet Seebodens Lage am Millstätter See (blauer Hintergrund und goldene Meerjungfrau) mit der Regierungsgeschichte (roter und silberner Schild der Grafen von Ortenburg). Sie wurde am 30. April 1970 von der Kärntner Landesverwaltung an die Gemeinde übergeben. In der Beschreibung heißt es:

Die Stadtflagge ist rot, blau und gelb mit eigenem Wappen.

Bemerkenswerte Leute

Herbert Haupt (* 1947), Politiker

Thomas Morgenstern (* 1986), Skispringer

Die Politikerin Eva Glawischnig-Piesczek (* 1969) ist in Seeboden aufgewachsen.

Galerie

Hauptstraße, die Hauptstraße von Seeboden

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Seeboden

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