Spittal an der Drau

Politischer Bezirk Spittal an der Drau, Kärnten, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
Spittal an der Drau
Bevölkerung:
15 938

Über Spittal an der Drau

Spittal an der Drau ist eine Stadt im Westen des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Es ist das Verwaltungszentrum des Bezirks Spittal an der Drau, des flächenmäßig zweitgrößten Bezirks Österreichs.

Geographie

Die Stadt liegt an den Südhängen der Gurktaler Alpen (Nockberge), zwischen dem Lurnfelder Becken und der Unteren Drau. Trotz seines Namens entstand der historische Kern von Spittal am Ufer des kleinen Nebenflusses Lieser, der am Fuße des Drau in die Drau mündet. Goldeck, ein Gipfel der Gailtaler Alpen südlich der Stadt. Der Gipfel kann mit der Seilbahn erreicht werden.

Das Gemeindegebiet besteht aus sieben Katastralgemeinden: Amlach, Edling, Großegg, Molzbichl, Olsach, Spittal und St. Peter-Edling. In Großegg (Eingemeindung 1973) erstreckt sich das Gebiet von Spittal bis zum Südufer des Millstätter Sees.

Geschichte

Die Siedlung wurde erstmals 1191 in einer Urkunde des Salzburger Erzbischofs Adalbert erwähnt, als die Kärntner Grafen Hermann I. und Otto II. Von Ortenburg ein Spital (Spittl) mit einer Kapelle errichten ließen, in der sich die alte Straße zum Katschbergpass und nach Salzburg kreuzte die Lieser. Die angrenzende Siedlung erhielt 1242 Marktrechte. Spittal wurde 1418 zusammen mit den Ortenburggütern an Graf Hermann II. Von Celje vererbt. Die Grafen von Cilli, die 1436 zum Reichsgrafen erhoben wurden, starben aus, als Graf Ulrich II. 1456 von den Lehnsherren von László Hunyadi getötet wurde und der habsburgische Kaiser Friedrich III., Ebenfalls Herzog von Kärnten, sein Territorium eroberte.

Friedrich gewährte den Bürgern das Recht, ihren eigenen Richter und den Rat zu wählen. Spittal und die umliegenden Gebiete wurden jedoch 1478 von türkischen Kriegern verwüstet und kurz darauf von den ungarischen Truppen von Kaiser Friedrichs langjährigem Rivalen König Matthias Corvinus besetzt. Durch einen Bauernaufstand und zwei Brände in den Jahren 1522 und 1729 weiter verwüstet, setzte sich der Niedergang fort, bis Erzherzog Ferdinand I. von Österreich 1524 seinen Schatzmeister Gabriel von Salamanca (1489–1539) mit dem ehemaligen Landkreis Ortenburg betraute.

Ab 1533 ließen die Grafen von Salamanca-Ortenburg auf dem Hauptplatz Schloss Porcia als Residenz errichten. Das Gebäude im Stil eines italienischen Palazzo gilt als eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser Österreichs. Sie bauten auch das Spittl-Krankenhaus auf der anderen Seite der Lieser und die spätgotische katholische Pfarrkirche Mariä Verkündigung auf romanischen Fundamenten aus dem 13. Jahrhundert um. 1662 ging Spittal an die Grafen von Görz in Porcia über, die bis 1918 Eigentümer von Schloss Porcia waren. Heute veranstaltet das Schloss ein jährliches Festival für klassische Theaterkomödien (Komödienspiele Porcia) und beherbergt auch ein Heimatmuseum. 1537 ließ die Kärntner Adelsfamilie Khevenhüller gegenüber dem Schloss eine Residenz errichten, die heute als Rathaus dient.

1797 wurde Spittal im Zuge des Napoleonischen Krieges der Ersten Koalition von französischen Truppen belagert, 1809 fiel es nach dem Vertrag von Schönbrunn mit Oberkärnten an die französischen illyrischen Provinzen. Durch den Wiener Kongress von 1815 in das österreichische Reich zurückversetzt, wurde die lokale Wirtschaft entscheidend gefördert, als sie 1871 Zugang zum Netz der Österreichischen Südbahn erhielt. Während der gewaltsamen Kämpfe gegen jugoslawische Truppen vor der Kärntner Volksabstimmung 1920 wurde Spittal für kurze Zeit Zeit war der vorläufige Sitz der Kärntner Landesregierung, die aus Klagenfurt geflohen war. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums 1930 erhielt es die Stadtprivilegien. Seit 1995 ist das Spittl Sitz der Kärntner Fachhochschule für Technikum.

Molzbichl

Östlich der Stadt, in der Drau, liegt das Dorf Molzbichl, in dem sich die Überreste des ersten Klosters Kärntens befinden, das um 780 von Herzog Tassilo III. Von Bayern gegründet und im 10. Jahrhundert aufgegeben wurde. Ein kleines Museum in der Nähe zeigt mehrere Artefakte karolingischen Ursprungs. Das Fundament der Klosterkirche befindet sich südlich der heutigen Pfarrkirche St. Tiburtius, die selbst einen Altar mit einem römischen Grabstein eines frühchristlichen Diakons Nonnosus besitzt, der hier 532 starb.

Am Hang oberhalb des Tals, nordöstlich von Molzbichl, liegt Schloss Rothenthurn, im 11. Jahrhundert "Roter Turm", ein Lehen der Grafen von Ortenburg. Das heutige Schloss ist ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert und dient als Hotel.

Politik

Sitze in der Gemeindeversammlung (Stadtrat) bei den Wahlen 2009:

Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ): 14

Bündnis für die Zukunft Österreichs (BZÖ): 11

Spittaler Volkspartei (SVP): 4

Die Grünen: 1

Österreichische Freiheitspartei (FPÖ): 1

Bemerkenswerte Leute

Virgil von Graben (15. Jahrhundert - 1507) Österreichischer Adliger und Ritter, Statthalter von Lienz und Osttirol und Regent (Hauptmann) und Statthalter der Provinz Görz.

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Spittal_an_der_Drau

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