St. Johann in Tirol

Politischer Bezirk Kitzbühel, Tirol, Österreich

Land:
Bundesland:
Gemeinde:
St. Johann in Tirol
Bevölkerung:
8 468

Über St. Johann in Tirol

St. Johann in Tirol ist eine Marktgemeinde in Tirol im Bezirk Kitzbühel. Im regionalen Ductus wird die letzte Silbe des Namens als "Sankt yo-Hahn" hervorgehoben.

Geschichte

St. Johann liegt im Leukental, das sich von Jochberg bis zur Streichen nahe der bayerischen Grenze erstreckt. Diese Region wurde bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. Von einem keltischen Stamm, den Ambisontiers, besiedelt, der in den umliegenden Bergen Kupfer abbaute.

15 v. Chr. Eroberten die Römer den Ostalpenraum und das Leukental wurde Teil der römischen Provinz Noricum. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 ging die Region im 7. Jahrhundert nach den europäischen Einwanderungen und infolge der Besiedlung des germanischen Stammes der Bayern an das Herzogtum Bayern über.

In den folgenden Jahrhunderten gründeten die Adligen des Hauses Liuchinger, nach denen das Leukental benannt ist, eine Grafschaft im Tal. Die Liuchinger wohnten auf Schloss Leukenstein am Fuße des Niederkaisers. Der genaue Standort des Schlosses, das auch Gerichtsstandort des Landkreises war, ist heute nicht mehr bekannt, wird aber unter dem Hofnamen Burgwiesen in Erinnerung gerufen. Nach dem Aussterben der Liuchinger um 1170 gelangte ihr Landkreis in die Hände der Falkensteins, aber auch diese Adelsfamilie starb bereits nach 70 Jahren aus und der Landkreis im Leukental wurde später von Vertretern der bayerischen Herzöge regiert.

Im 8. Jahrhundert (wahrscheinlich vor 738) errichteten die Missionare in der Region St. Johann eine katholische Kirche, die dem Evangelisten Johannes gewidmet war und dem St. Johann seinen Namen gab.

Die Kirche St. Johannes wurde erstmals 1150 urkundlich erwähnt.

1446 wurde den Chiemseer Bischöfen die Pfarrei St. Johann übertragen, ab diesem Zeitpunkt war sie ihre Sommerresidenz.

Die Eröffnung der Kupfer- und Silberminen im Jahr 1540 steigerte den Wohlstand von St. Johann. Die Minen befanden sich in den kleinen Hügeln, die als Rerobichl bei Oberndorf bekannt waren und St. Johann gehörten. Im 17. Jahrhundert war der Heilig-Geist-Schacht mit einer Tiefe von über 780 Metern der tiefste Schacht der Welt.

Der Abbau von Kupfer und Silber dauerte bis ins 18. Jahrhundert. 1875 verband der Bau der Giselabahn St. Johann mit dem internationalen Schienennetz, wodurch die Wirtschaft boomte und der Tourismus in Fahrt kam.

20. Jahrhundert

1927 trennten sich Oberndorf und St. Johann und ab diesem Zeitpunkt wurde Oberndorf eine eigene Gemeinde. 1954 erhielt St. Johann ein eigenes Wappen; 1956 erreichte St. Johann den gehobenen Status einer Marktgemeinde.

Geographie

Ort

St. Johann liegt in einem Talbecken zwischen der Gebirgskette des Wilden Kaisers und dem Kitzbüheler Horn im Zentrum des Landkreises Kitzbühel.

Die Kitzbühler Ache, die Fieberbrunner Ache und die Reither Ache vereinen sich in St. Johann und münden in Bayern als Tiroler Ache oder Gross Ache. Das Zentrum der Stadt liegt ungefähr 660 Meter über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 59.150 Quadratmetern.

Kleine Weiler

St. Johann besteht aus: Almdorf, Apfeldorf, Bärnstetten, Berglehen, Fricken, Hinterkaiser, Mitterndorf, Niederhofen, Oberhofen, Reitham, Rettenbach, Scheffau, Sperten, Taxa, Weiberndorf, Weitau, Winkl Schattseite, Winkl Sonnseite

Population

Am Tag der Volkszählung im Jahr 2001 (endgültiges Ergebnis im Jahr 2004) hatte St. Johann 7.959 Einwohner. Die Bevölkerung der Stadt wächst stetig; 2004 wuchs es um 1,8 Prozent. Seit Herbst 2007 ist St. Johann in Tirol die bevölkerungsreichste Gemeinde im Bezirk Kitzbühel.

Gemeinderang im Bezirk Kitzbühel

Aktuelle Bevölkerungszahlen (Stand 31. Dezember 2010) belegen, dass die Gemeinde St. Johann den ersten Platz unter den Top Ten einnimmt.

Politik

Kirchengemeinderat

Der Gemeinderat (Ortsparlament) besteht aus 19 Mitgliedern, wobei der Bürgermeister den Vorsitz führt.

Der Rat setzt sich wie folgt zusammen (2010):

St. Johanner Volkspartei: 10 Sitze

Junge St. Johanner: 3 Sitze

Die Grünen und Unabhängigen: 2 Sitze

Soziale Liste Bernhofer / Wallner: 2 Sitze

Sozialdemokratische Partei Österreichs - St. Johann in Tirol: 1 Sitz

Freiheitliche Partei und Parteifreie: 1 Sitz

Gemeindevorstand

Der St. Johann Pfarrrat besteht aus sieben Mitgliedern. Es wird vom Bürgermeister geleitet, der direkt von den Dorfbewohnern von St. Johann gewählt wird. Die beiden stellvertretenden Bürgermeister werden vom Rat gewählt.

Bürgermeister: Mag. Dr. Stefan Seiwald, (ÖVP), seit 2012

Wappen

Quelle: Wikipedia
Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/St._Johann_in_Tirol

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